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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
299
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Den Menschen wird oft durch die Güte ihrer Schutzpatroneein Schimmer ihrer Schicksale zu Theil."

Meinst du damit, Carlo, daß dein Vater argwohnt, derSenat würde sich des genannten Ungeheuers gegen ihn bedienen?"

Warum nicht? Sic haben sich wohl ärgerer Menschenbedient. Wenn man der Sage trauen darf, so ist er ihnen nichtunbekannt."

Kann das wohl sein! Du bist erbittert gegen die Republik,weil sie deiner Familie Unrecht gethan; aber du kannst doch nichtglauben, daß sic je den Dolch eines Banditen besoldet?"

Ich sagte nicht mehr, als was man sich täglich auf denKanälen zuflüstert."

Ich wünschte, dein Vater hätte dich bei diesem schrecklichenNamen nicht genannt, Carlo!"

Du bist zu weise, um dich durch ein Wort irre leiten zu lassen,Gelsomina. Aber was denkst du von meinem unglücklichen Vater?"

Dein Besuch war nicht wie die früheren Besuche, die duihm in meiner Begleitung gemacht hast. Ich weiß nicht warum,aber mir schien es, du hegtest sonst selbst die Hoffnungen, mitdenen du den Gefangenen aufzuheitern suchtest, während du jetztein schreckliches Vergnügen in der Hoffnungslosigkeit zu findenscheinst."

Deine Furcht täuscht dich," sagte der Bravo kaum hörbar.Deine Furcht täuscht dich, und wir wollen darüber nicht weitersprechen. Der Senat wird uns endlich Gerechtigkeit widerfahrenlassen. Es sind ehrcnwerthc Herren, hochgeboren und berühmt.Es wäre Tollheit, den Patriciern nicht zu trauen. Weißt dunicht, Mädchen, daß Der, welcher aus adeligem Blut entsprungen,über alle Schwachheiten und Versuchungen, die uns von niedrigerGeburt einengen, erhaben ist. Sie sind Menschen, die schon ihreGeburt über die Schwachheit der Sterblichen erhoben hat, und dasie Niemanden Rechenschaft zu geben haben, so sind sie sicher, immer