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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Doch ist noch Hoffnung. Du sagtest ihm selbst, es seinoch Hoffnung."

Heilige Maria, vergib den Betrug! ich konnte seinem FunkenLeben den einzigen Trost nicht rauben."

Carlo! Carlo! warum bist du so ruhig? Nie hörteich dich von dem deinem Vater angethanen Unrecht und seiner Ge-fangenschaft so ruhig sprechen."

Das macht, weil seine Befreiung so nahe ist."

Eben diesen Augenblick war er ohne Hoffnung, und jetztsprichst du von Befreiung!"

Die Befreiung durch den Tod. Selbst der Zorn des Senatsmuß das Grab achten."

Glaubst du sein Ende so nahe? Ich hätte die Veränderungnicht bemerkt."

Du bist gütig, theure Gessina, treu deinen Freunden undohne Argwohn der Verbrechen, die deine Unschuld nicht kennt.Aber Jemanden, der so viel Schlechtigkeit gesehen, wie ich, kommtbei jeder Gelegenheit ein mißtrauischer Gedanke. Die Leiden mei-nes armen Vaters sind ihrem Ende nahe, denn seine Natur ist er-schöpft; wäre dieß aber auch nicht, so sehe ich voraus, daß manMittel finden würde, sie zum Ende zu bringen."

Du kannst doch unmöglich glauben, daß ihm hier irgendJemand etwas zu Leide thuu wird?"

Niemand, der dir angehört. Dich und deinen Vater, Gel-somina, haben die Heiligen hierher gesetzt, damit die Teufel nichtzu viel Macht auf Erden haben möchten."

Ich verstehe dich nicht, Carlo, doch du bist oft so. DeinVater bediente sich heute im Gespräch mit dir eines Wortes, vondem ich wünschte, er hätte cs nicht gesprochen."

Der Bravo warf einen hastigen, unruhigen, argwöhnischenBlick ans seine Begleiterin und wandte sich schnell wieder ab.

Er nannte dich Jacopo," fuhr das Mädchen fort.