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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Heilige Maria, mach' mich dankbar! Ich hatte Furcht,mein Kind; denn eS ist nicht erfreulich, den einzigen Freund inder Zelle zu verlieren."

Jacopo beruhigte das Gemüth des Gefangenen, und leiteteseine Gedanken nach und nach auf andere Gegenstände. Er legteeinige Nahrungsmittel, die man ihm erlaubt hatte, mitzubringcn,an das Lager nieder, sprach nochmals von der Hoffnung der Be-freiung und schickte.sich zum Fortgehen an.

Ich will versuchen, dir zu glauben, mein Sohn," sagte Ver-alte Mann, der gute Gründe hatte, so oft gethanen Versicherungennicht zu trauen.Ich will Alles thun, was ich kann, um cs zuglauben. Du wirst der Mutter sagen, daß ich nicht aufhörc, ansie zu denken und für sie zu beten; und wirst deine Schwester imNamen ihres armen, gefangenen Vaters segnen."

Der Bravo verbeugte sich bejahend, erfreut, des Sprechensüberhoben zu sein. Auf ein Zeichen des Alten kniete er nieder undempfing den Abschiedssegcn. Nachdem er sich mit Ordnen des we-nigen Gcräthes in der Zelle beschäftigt, und eine oder zweiSpalten, um mehr frische Luft hinein zu lassen, zu erweitern ver-sucht hatte, verließen sie das Gemach.

Aus ihrem Rückwege durch das Labyrinth, welches sie nachdem Dache geführt, sprach weder Gelsomina noch Jacopo eher einWort, als bis sie sich auf der Seufzerbrücke befanden. Selten be-trat diese Galerie ein menschlicher Fuß, daher erwählte Erstere mitder schnellen Fassungsgabc des Weibes sie, als den zur weiterenUnterhaltung bequemsten Ort.

Findest du ihn verändert?" fragte sie, unter dem Bogen still-stehend.

Sehr!"

Deine Worte haben eine traurige Bedeutung!"

Ich habe meinen Zügen nicht gelehrt, dich zu täuschen, Gcl-somina."