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sein möchte, diesen traurigen Gang zu machen; doch von solch' einemFührer ließ ich mir nichts träumen."
Gelsomina's Augen glänzten auf, und sic lächelte freundlich.
„Mit mir wirst du nie zu deinem Schaden hinübergehcn."
„Das bin ich sicher, gütige Gesstna," antwortete er, ihre Handfassend. — „Jndcß ist dich für mich ein unauflösliches Räthsel.Gehst du gewöhnlich über diese Galerie nach dem Palast?"
„Der Weg wird nicht benutzt, außer von den Wächtern undden Vcrurthcilten, wie du ohne Zweifel oft gehört hast; aber den-noch haben sic mir die Schlüssel gegeben und mir die Windungengezeigt, damit ich dir, wie gewöhnlich, als Führerin dienen könne."
„Gclsomina, ich fürchte, ich bin zu glücklich in deiner Ge-sellschaft gewesen, um zu bemerken, wie die Klugheit es mir hättecingebcn sollen, welch' seltene Güte der Rath mir durch diese Er-laubniß erzeigt!"
„Bereu'st du es, Carlo, meine Bekanntschaft gemacht zu haben?"
Der traurige Vorwurf im Ton ihrer Stimme rührte denBravo, der die Hand, die er hielt, mit italienischer Wärme küßte.
„Da müßte ich die einzigen glücklichen Stunden, die ich seitJahren gekannt, bereuen," sagte er; „du warst mir eine Blumein der Wüste, Gessina, ein reiner Quell für einen Fieberkranken,ein Strahl von Hoffnung für einen Verdammten. Nein, nein;nicht einen Augenblick hat mich's gcrcu't, dich zu kennen, meineGelsomina!"
„Mein Leben hätte der Gedanke, zu deinem Kummer beigc-tragen zu haben, nicht glücklicher gemacht. Ich bin jung undunbekannt mit der Welt, doch weiß ich, daß wir Denen, die wirachten, Freude, und nicht Kummer machen müssen."
„Dein natürliches Gefühl hat dir diese milde Lehre gegeben.Ist es aber nicht sonderbar, daß einem Manne wie mir, erlaubtwird, das Gefängniß so ohne andere Wächter zu besuchen?"
Der Braoo. t g