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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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seine Mitgcscllen so viel thatcn, ein alter Fischer, Namens Antonio,mit bloßem Kopf und nackten Beinen, ein Mann von siebzig Jahren,und in einem Boote, das nicht besser war als das, womit ich Ge-tränke nach dem Lido führe, mit cintrat in den zweiten Wettlaus,und den Preis davontrug."

Da muß er wohl keine kräftigen Nebenbuhler gehabt haben?"

Die besten in Venedig; obgleich Luigi, der in dem erstenWcttlauf gewesen, den zweiten nicht mitmachen konnte. Man sagtauch," fuhr Annina, mit gewohnter Vorsicht um sich schauend, fort,daß Einer, den man kaum in Venedig zu nennen wagt, die Kühn-heit gehabt habe, maskirt in der Regatta zu erscheinen; und dennochgewann der alte Fischer! Du hast doch von Jacopo gehört?"

Den Namen haben Viele."

Es trägt ihn jetzt nur Einer in Venedig. Alle meinen nurihn, wenn sie Jacopo sagen."

Ich habe wohl von einem Ungeheuer dieses Namens gehört.Gewiß hat er doch nicht gewagt, sich vor den Edcln an solch'einem Festtage sehen zu lassen."

Gessina, wir leben in einem unbegreiflichen Lande! Derfurchtbare Mann geht nach Gefallen auf der Piazza mit so stolzenSchritten einher, wie der Doge, und Niemand sagt ihm etwas.Oft schon sah ich ihn bei Hellem Tage mit so stolzer Miene an denTriumph-Mast oder an die Säule des St. Theodore lehnen, alswär' er dort hingestellt, einen Sieg der Republik zu feiern!"

Vielleicht ist er Herr eines schrecklichen Geheimnisses, vondem sie fürchten, daß er es enthülle."

Du kennst Venedig wenig, Kind! Heilige Maria! ein solch'Gehcimniß wär' schon an und für sich ein Todesurtheil. Wennman mit St. Marcus zu schaffen hat, so ist es eben so gefährlich,zu viel zu wissen als zu wenig. Genug, man sagt, Jacopo feidabei gewesen, dem Dogen gegenüber, Aug' in Aug', und die Se-natoren schreckend, wie ein ungerusencs Gespenst aus der Gruft