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„St! — Das ist der Gang meiner Cousine. — Gel/hinein."
Während sie sprach, klingelte cs, nnd der Bravo ging in'sinnere Zimmer, ein Versteck, dessen er gewohnt schien. Er ließdie Thüre ein wenig offen, denn die Dunkelheit der Kammer ver-barg ihn hinlänglich. Unterdeß öffnete Gelsomina die äußere Thür,um ihren Gast herein zu lassen. Beim ersten Ton der Stimmedieser Letzteren erkannte Jacopo, weit cntscrnt die Wahrheit anseinem Namen, der so gewöhnlich war, zu ahnen, die listige Tochterdes Weinhändlers.
„Du lebst hier so recht bequem, Gelsomina," rief Letztere hercin-tretend, und sich, wie Jemand, der ermüdet ist, aus einen Sesselwerfend. „Mit deiner Mutter geht cs besser, indcß bist du inWahrheit die Gebieterin des Hauses."
„Ich wollte, ich wär' es nicht, Annina, denn ich bin noch zujung, bei meinem Kummer solchem Geschäft vorzustchen."
„So unerträglich ist es doch nicht, Gessina, mit siebzehn JahrenGebieterin des Hauses zu sein! Herrschaft ist süß, Gehorsam un-ausstehlich."
„Ich finde keines Von beiden so, und ich will die crstere mitFreuden aufgeben, wenn, meine arme Mutter erst wieder wird dieSorge für das Hauswesen übernehmen können."
„DaS ist recht schön, Gessina, und macht dem guten Beicht-vater Ehre. Doch Herrschaft ist den Weibern thener, so wie Freiheit.Du warst gestern nicht unter den Masken auf dem Platz?"
„Ich verkleide mich selten, auch konnte ich meine Mutter nichtverlassen."
„Was doch wohl heißt, du hättest es gern gethan. Du hastauch Ursache, es zu bedauern, denn eine fröhlichere Vermählungmit dem Meere, oder eine munterere Regatta hat Venedig seit deinerGeburt nicht gesehen. Aber erstcre konntest du ja aus deinemFenster mit anschauen."