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Verwandten nicht zum Vortheil der Republik angewandt haben.Was ich gethan, geschah nicht, ohne es bitter zu bereuen, und ohneeinen schmerzlichen Seelenkampf, den Ihre leichtere DienstbarkeitIhnen vielleicht erspart hat, Signor."
„Armer Jacopo!"
„Wenn ich dieß Alles überleben konnte, so geschah es, weilein Mächtigerer, als der Staat, mich nicht verlassen hat. Doch esgibt Verbrechen, Don Camillo, die zu ertragen Menschenkräftenicht hinrcichen."
Der Bravo schauderte und schritt schweigend durch die verach-teten Gräber.
„Also selbst für dich sind sie zu unbarmherzig gewesen?" fragteDon Camillo, die zusammengezogenen Augenbrauen und die sichhebende Brust seines Gefährten erstaunt betrachtend.
„Ja, Signor. Ich war diese Nacht Augenzeuge eines Beispielsihrer Herz- und Treulosigkeit, und das lenkte meinen Sinn auf meineigenes Schicksal. Die Täuschung ist vorüber: von jetzt an dieneich ihnen nicht länger."
Der Bravo sprach mit tiefem Gefühl, und, wie sonderbar esauch für einen solchen Mann war, mit einer Miene, in welcher derHerzog verwundete Redlichkeit zu erblicken glaubte. Don Camillowußte, daß es keinen Stand im Leben gäbe, wie verachtet undverlassen er auch von der Welt sei, der nicht seine eigenthümlichcnMeinungen hegte über die seinen Genossen schuldige Treue; anderer-seits hatte er genug von den Schlangenwegcn der venetianischenOligarchie gesehen, um zu begreifen, wie es nicht unmöglich sei,daß ihre schamlose und unverantwortliche Falschheit selbst die Grund-sätze eines Meuchelmörders beleidigen konnte. Das schnöde Handwerkdieser Klasse war in Italien, und besonders in jenen Tagen, mitgeringerer Schande verbunden, als man es in einem Lande wieunseres, glauben wird. Denn die Grund-Mängel und die schlechteVerwaltung der Gesetze vermochten ein so sehr reizbares Volk nur