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zu oft, sich mit eigener Hand Recht zu verschaffen. Gewohnheitverringerte das Gehässige des Verbrechens noch mehr, und wennauch die Gesellschaft den Meuchelmörder selbst nicht unter sich litt,so ist es doch nicht zu viel gesagt, daß Derjenige, der sich seinerbediente, kaum mit mehr Abscheu betrachtet wurde, als unseresrommthuende Zeit den Uebrigbleibenden eines Zweikampfs betrach-tet. Doch war eS nicht gewöhnlich, daß Edle, wie Don Camillo,außer was den verlangten Dienst betraf, sich mit Leuten von Jaco-po's Gewerbe einließen; aber die Sprache und das Benehmen desBravo erregte die Neugier und selbst das Mitgefühl seines Gefähr-ten in so hohem Grade, daß dieser Letztere, ohne es zu wissen,-sei-nen Degen einsteckte und näher trat.
„Deine Buße und Reue können dich der Tugend näher brin-gen," sagte er, „als das bloße Verlassen der Dienste des Senats.Suche dir irgend einen frommen Priester, und erleichtere deine Seeledurch Beichte und Gebet."
Der Bravo zitterte am ganzen Leibe, und sein Blick hastetesehnsüchtig auf dem Gesicht des Andern.
„Sprich, Jacopo; selbst ich will dich anhören, wenn du deineBrust von der Last befreien willst."
„Ich danke, edler Signor! ich danke tausendmal für diesenSchimmer von Theilnahme, der mir seit lange nicht geworden ist.Niemand weiß besser, wie viel ein freundliches Wort wcrth ist, alsDerjenige, der, wie ich, von Allen verurthcilt wird. Ich habe ge-beten — ich habe gefleht — ich habe geweint, um ein willigesOhr für meine Erzählung, und ich glaubte Einen gefunden zu haben,der mich ohne Verachtung anhören würde, da traf ihn die kaltePolitik des Senats. Jch kam hieher, mich mit den verhaßten Todtenzu unterhalten, da brachte uns der Zufall zusammen. Könnte
ich-" der Bravo hielt inne und sah wieder zweifelhaft den
Andern an.
„Sprich weiter, Jacopo."