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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Dem wachsamen und eifrigen Herzog stets zur Seite, bewegtesich Jacopo hier etwas vorwärts, während er trotz der Theilnahmeauf seinem Gesichte, sich eines kalten Lächelns, gleichsam des An-dern Leichtgläubigkeit bemitleidend, nicht enthalten konnte.

In der Bitterkeit meines Herzens habeich das ganze Geschlechtder Verräther verwünscht;" fuhr der Neapolitaner fort.

Diese Worte gehören vielmehr vor die Ohren des Priors vonSt. Marcus, als für Einen, der einen öffentlichen Dolch führt."

Meine Gondel haben sie nachgeahmt meine Livree copirt mein Weib gestohlen. Du antwortest nicht, Jacopo?"

Welche Antwort wollen Sie haben! Sie sind in einem Staategetäuscht worden, dessen Fürst selbst seinem eigenen Weibe seine Ge-heimnisse nicht anzuvertraucn wagt. Sie gedachten Venedig einerErbin zu berauben, und Venedig raubte Ihnen Ihre Frau. Siespielten hoch, Don Camillo, und verloren einen schweren Einsatz.Sie dachten an Ihre eigenen Wünsche und Rechte, während SieVorgaben, für Venedig bei dem Spanier zu wirken."

Don Camillo trat zurück vor Erstaunen.

Warum nimmt Sie dieß Wunder, Signor? Sie vergessen, daßich viel unter Denen lebte, die den möglichen Ausgang jedes poli-tischen Interesses berechnen, Ihre Hcirath ist für Venedig, welchesdes Bräutigams fast ebensosehr bedarf, als der Braut, doppelt un-angenehm. Der Rath hatte seit lange die Aufgebote untersagt."

Ja aber die Weise? erzähle mir, auf welche Weise, durchwas für Mittel ward ich betrogen, sonst muß ich dich selbst desBetrugs beschuldigen."

Signor, selbst die Marmorsteine der Stadt erzählen demStaate ihre Geheimnisse. Vieles sah ich und Vieles verstand ich,während meine Obern mich nur als ihr bloßes Werkzeug betrach-teten; doch viel von dem Gesehenen haben selbst Diejenigen, diemich gebrauchten, nicht begriffen. JchhätteJhnendenAusgang IhrerVermählung Vorhersagen können, ivenn ich um diese gewußt hätte."