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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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früher oder später nimmt mich doch diese verwitterte, ausgeschlemmteErde auf. Und stürb' ich auch selbst am Altäre, mit den Bußge-betcn der heiligen Kirche ans den Lippen, so schickten die Bigottenmeinen Leichnam doch hierher unter diese verhungerten Israelitenund verdammten Ketzer. Ja, ich bin ein Geächteter, und darf nichtruhen unter den Gläubigen!"

Jacopo sprach diese Worte mit einem so sonderbaren Gemischvon Spott und Melancholie, daß Don Camillo schwankte. Doch,seines Verlustes gedenkend, zuckte er die Spitze seines Degens undfuhr fort:

Deine Ironie und deine Dreistigkeit helfen dir zu nichts,Schurke; du weißt, daß ich dich zum Anführer einer erwähltenBande werben wollte, um die Flucht einer theuern Person zu be-werkstelligen. "

Nichts ist wahrer als dieß, Signor."

Und du schlugst mir diesen Dienst ab?"

Das that ich, edler Herzog."

Nicht zufrieden damit, verkauftest du, als du die näheren Um-stände meines Planes erfahren, mein Gehcimniß dem Senate?"

Don Camillo Monforte, das that ich nicht. Meine Ver-pflichtung gegen den Senat erlaubte mir nicht, Ihnen zu dienen;sonst, bei jenen lichten Sternen des Himmels! hätte es mein Herzerfreut, Zeuge des Glücks eines jungen und treuen Paares zu sein.Nein nein nein; die kennen mich nicht, die da glauben, ichkönne mich nicht freuen über das Glück Anderer. Ich sagte Ihnen, daßich demSenate verpflichtet wäreund damit war dieSache abgethan."

Und ich war so schwach, dir zu glauben, Jacopo; denn deinCharakter ist ein so sonderbares Gemisch von Gutem und Bösem,und dein Ruf für Treue und Zuverlässigkeit ist so groß, daß deinescheinbare Freimüthigkeit mich sicher machte. Kerl, man betrogmich, und zwar das in demselben Augenblick, als ich fest auf denbesten Ausgang rechnete."