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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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St. Marcus hinzeigend, die Hand, und der tiefe Ton seiner Stimmeschien aus dem tiefsten Grunde seines Herzens zu kommen.

Das ist eine sonderbare Sprache für einen ..."

Bravo; sprechen Sie das Wort nur dreist aus, Signor, esist meinen Ohren nicht fremd. Doch im Vergleich mit dem soge-nannten Schwerte der Gerechtigkeit, welches St. Marcus führt, istder Dolch eines Bravo ehrenvoll! Der niedrigste Micthling Italiens,der seinen Dolch für zwei Zcchincn in seines Freundes Herz stößt,ist ein offen handelnder Mann gegen die schonungslose VerräthcreiEiniger in der Stadt da vor uns!"

Ich verstehe dich, Jacopo; du bist endlich verbannt. Dieöffentliche Stimme, wie schwach sie auch in der Republik vernommenwird, hat endlich die Ohren Derer erreicht, die dich gebraucht,und sic haben dir ihren Schutz entzogen."

Jacopo sah den Herzog einen Augenblick mit so zweideutigerMiene an, daß dieser Letztere unwillkürlich die Spitze seines Degenserhob, doch antwortete er mit seiner gewöhnlichen Ruhe.

Herr Herzog," sagte er,ich darf mich der Ehre rühmen,daß meine Dienste schon von einem Don Camillo Monsorte inAnspruch genommen wurden."

Das läugne ich nicht und jetzt, da dn mich daran erinnerst,geht mir ein neues Licht auf. Niederträchtiger, durch deine Treu-losigkeit verlor ich meine Frau!"

Trotzdem, daß der Degen dicht an Jacopo's Kehle schwebte,rührte dieser sich nicht. Seinen aufgeregten Gefährten betrachtend,lachte er gedämpft, doch bitter.

Es scheint fast, als wolle der Herzog von St. Agata michmeines Handwerks berauben," sagte er.Steht auf, ihr Israeliten,legt Zcngniß ab, sonst zweifeln die Menschen an der Wahrheit!Ein niedriger Bravo der Kanäle wird zwischen euren verachtetenGräbern von dem stolzesten Edelmann Kalabriens angefallcn! Siehaben diese Stelle aus Erbarmen gewählt, Don Camillo, denn