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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Agata fragen, wcßwegcn er zu dieser Stunde unter den Gräbernder Hebräer wandelt."

Spare deinen Scherz: mit Leuten deiner Gattung spaff' ichnicht: wenn irgend Jemand in Venedig es für rathsam gehalten,dich gegen mich auszusenden, fo wirst du all' deines Mnthes unddeiner Geschicklichkeit nöthig haben, bevor du deinen Lohn ein-erntest."

Stecken Sic Ihren Degen ein, Don Camillo; hier ist Niemand,der Ihne» Leides thun will. Glauben Sie denn, daß ich Sie hiersuchen würde, wenn ich gedungen wär', wie Sie meinen? FragenSic sich doch selbst, ob ich von Ihrem Besuch hier wissen konnte,oder ob nicht vielmehr die »nissige Laune eines jungen Mannes, dersein Bett weniger bequem als seine Gondel findet, ihn veranlaßte.Bei früheren Zusammenkünften pflegten Sie, Herr Herzog, meinerEhre weniger zu mißtrauen."

Du hast recht, Jacopo," erwiederte der Herzog, seinen Degensenkend, doch zögerte er noch, die Spitze wegzuwendcn.Du sprichstWahrheit: mein Besuch hier ist freilich Zufall, und du konntestihn möglicherweise nicht voraussehen. Aber warum bist du hier?"

Warum sind Diese hier?" fragte Jacopo, auf die Gräber zuseinen Füßen deutend.Wir werden geboren, und sterben, so vielwissen wir Alle; doch das Wann und Wo sind Geheimnisse, die erstdie Zeit enthüllt."

Du bist nicht der Mann, der ohne Grund handelt. Wennauch diese Israeliten ihren Besuch hierher nicht vorhersehen konn-ten, so geschah doch der deine nicht absichtslos."

Ich bin hier, Don Camillo, weil mein Geist mehr Raumverlangt. Ich bedarf der frischen Seeluft, die Kanäle erstickenmich, nur hier auf dieser Sandbank kann ich frei athmen."

Du hast andere Gründe, Jacopo."

Nunja, Signormir ekelt'svorjenerStadtvollerVerbrechen."

Bei diesen Worten schüttelte der Bravo, ans die Kuppeln des