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wohnheiten und Meinungen verwebt war, bekreuzte er sich, und sei-nen Stoßdegen losmachend, damit der Beistand der guten Waffeihm nöthigenfalls nicht fehle, ging er durch die, von den verachte-ten Tobten bewohnte Haide, sorgfältig die modernen Erdhügel,welche die Gebeine der Ketzer und Juden deckten, vermeidend. Nochhatte er nicht die Hälfte der Gräber durchschritten, als sich einemenschliche Gestalt aus dem Grase erhob, und in Gedanken versenkt,die vielleicht die Erdhügel zu ihren Füßen erregt, cinhergiug. Wie-der faßte Don Camillo den Griff seines Degens, dann, seitwärtsgehend, um den Vortheil des Mondlichts zu haben, näherte er sichdem Fremden. Sein Fußtritt ward gehört, denn der Andere bliebstehen, betrachtete den Kavalier mit übcrcinandcrgelegtcn Armen,gleichsam seine Friedfertigkeit andeutend, und erwartete dessen An-näherung.
„Du hast eine melancholische Stunde zu deinem Spaziergangerwählt, Freund," sagte der junge Neapolitaner, „und einen nochdüsterem Schauplatz. Ich hoffe, daß ich keinen Israeliten oderLutheraner in seiner Trauer über gestorbene Freunde störe?"
„Don Camillo Monforte, ich bin wie Sie ein Christ."
„Ha! Du kennst mich — iffs Battista, der Gondclicr, dereinst in meinen Diensten stand?"
„Signor, es ist Battista nicht."
Bei diesen Worten kehrte der Fremde das Gesicht dem Mondezu, so daß dessen sanftes Licht seine Züge erhellte.
„Jacopo!"' rief der Herzog, zurücktrctcnd, wie es gewöhnlich einJeder in Venedig that, wenn er diesem Auge unerwartet begegnete.
„Signor, ich bin's."
Im Augenblick glänzte die Waffe Don Eamillo's im Mondschein.
„Nicht zu nahe, Böscwicht, und erkläre dich über den Grund,der dich hierher führt, meine Einsamkeit zu stören."
Der Bravo lächelte, doch blieben seine Arme übereinander gelegt.
„Ich könnte mit eben so vielem Recht den Herzog von St.