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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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der oft von den Wellen des adriatischen Meeres überspült wirdund ans einer Grundlage unfruchtbaren Sandes ruht, ist das Höchste,das menschliche Kunst, unterstützt von einem durch menschliche Ueber-rcste gedüngten Erdreich Hervorbringen konnte, eine magere, diedemüthigen Gräber umgebende Vegetation, die mit der Sandbanküberhaupt nur einen geringen Kontrast bildet. Dieser Begräbnißplatzist bis auf den heutigen Tag ohne Eingchege, ohne irgend einenschützenden Baum, und nach der Meinung Derer, die ihn für Ketzerund Juden bestimmten, ein unheiliger Ort. Und dennoch, wiewohlbeide verbannte Klassen diesen letzten Schimpf, den der Menschseinem Nebenmenschen anthun kann, mit einander theilen, so liefernsie doch einen traurigen Beweis von der Verkehrtheit menschlicherLeidenschaften und Vorurtheilc, durch ihren Widerstand, den ge-ringen Antheil von Erde, den ihnen Bigotterie zur ewigen Ruhegewährt, gemeinschaftlich zu theilen! Während der Protestant ander Seite des Protestanten ruht, modern die Kinder Israels, abge-sondert aus derselben kahlen Haide, eifrig besorgt, noch im Grabedie äußeren Unterschiede des Glaubens beizubehalten. Wir wollenhier nicht versuchen, den tiefliegenden Grund, der den Menschenso harthörig gegen die beredtesten Anforderungen der Duldsamkeitmacht, zu erforschen, sondern zufrieden und dankbar sein, daß wirin einem Lande geboren sind, in welchem das Interesse der Religionso wenig als möglich von den Lastern des Lebens befleckt wird, inwelchem christliche Dcmuth sich nicht im Purpur brüstet, noch jüdischeHartnäckigkeit durch Intoleranz sichtbar wird; wo es dem Menschenüberlassen bleibt, für das Heil seiner Seele zu sorgen, und wo, so weitMenschenaugen reichen, Gott um sein Selbst willen verehrt wird.

Don Camillo landete unfern der abgelegenen Gräber der Ver-bannten. Da er die niedrigen Sandhügel, die Wellen und Windam äußersten Rande des Lido aufgeworfen, besteigen wollte, so mußteer grade über den geächteten Platz gehen, oder einen höchst unbe-quemen Umweg machen. Aus Aberglaube, der mit all' seinen Ge-