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In kurzer Zeit befand sich die Gondel Don Camillo's an einerfreien Stelle der Giudecca und ganz außerhalb der Schiffsreihcn.Schon war cs so spät, daß der Mond zu sinken begann, sein Lichtfiel in schräger Richtung ans die Bai, und stellte die Ostseiten derGebäude und der anderen Gegenstände in Schatten. Wohl einDutzend Schiffe verschiedener Art steuerte, vom Landwinde unter-stützt, nach dem Eingang des Hafens. Die Strahlen des Mondeserhellten die breiten, nach der Stadt zu gerichteten Seiten ihrerSegel, die gleich eben so vielen fleckenlosen, über das Wasser nachder See zu, hinschwebenden Wolken erschienen.
„Sie führen mein Weib nach Dalmatien!" rief Don Camillo,wie Jemand, der die Wahrheit endlich zu ahnen beginnt.
„Gnädiger Herr!" rief der erstaunte Gino aus.
„Ich sage dir, Bursch, dieser verwünschte Senat hat sich gegenmein Glück verschworen, und, nachdem er mir deine Gebieteringeraubt, sic aus eine der vielen Fclucken, die wir hier sehen, ge-bracht , um sie nach irgend einem seiner festen Schlösser an derOstküste des adriatischen Meeres zu versetzen."
„Heilige Maria! Signor Duca, mein geehrter Gebieter; mansagt, daß sogar die steinernen Bildsäulen in Venedig Ohren haben,und daß die Pferde von Erz ansschlagen, wenn man Ucbles sprichtvon Denen droben."
„Muß nicht ein Mensch, und wär' er so geduldig wie Hiob, zuVerwünschungen gezwungen werden, wenn ihm sein Weib geraubtwird, Taugenichts? Hast du kein Gefühl für deine Gebieterin?"
„Ich ließ mir's im Traum nicht cinfallen, Excellenz, daß Sieso glücklich wären, erstere, oder daß ich die Ehre hätte, letztere zubesitzen."
„Du rufst mir meine Thorheitcn in's Gedächtniß, guter Gino.Wenn du und deine Mitgesellen mir bei Rettung der Dame, derich mich eben vermählt, nach Kräften beistehen werdet, so soll eseuer Schade nicht sein."
Der Bravo.
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