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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Barke zu Ehren, während Don Camillo's Boot schnell dahinflog.Mistiks, Felucken, Schebecken, Brigantinen nnd Dreimaster schienenvorüber zu schweben, als sie durch das Labyrinth der Schiffe glit-ten; da bückte sich Gino vorwärts und lenkte seines Herrn Aufmerk-samkeit auf eine große Gondel, die mit lässigem Ruder, vom Lidoher, auf sie zukam. Beide Boote befanden sich auf einer breitenPassage zwischen den Schiffen, dem gewöhnlichen Wege für see-wärts gehende Fahrzeuge. Auch nicht der geringste Gegenstand warzwischen ihnen. Durch eine Wendung seines Bootes sah sich DonCamillo bald nur ans eine Ruderlängc von jenem entfernt, und miteinem Blick überzeugte er sich, daß cs die verrätherische Gondel war,die ihm den Streich gespielt hatte.

Zieht, Leute, und folgt mir!" schrie der wüthende Neapoli-taner , im Begriff sich mitten unter seine Feinde zu stürzen.

Sie ziehen gegen St. Marco," rief eine warnende Stimmeaus dem Zelt hervor.Die Kräfte sind ungleich, Signor, denn dasgeringste Signal führt zwanzig Galeeren zu unserem Beistand herbei."

Don Camillo hätte dieser Drohung vielleicht nicht geachtet,wäre ihm entgangen, wie sic die schon halb gezogenen Schwerterseiner Leute wieder in ihre Scheiden zurückkehren machte.

Räuber," antwortete er,gebt mir Die zurück, die ihr durcheure Hinterlist entführt habt."

Signor, euch jungen Edlen gefällt es oft, euren Uebermuthmit den Dienern der Republik zu treiben. Hier ist Niemand alsdie Gondeliere und ich." Eine Bewegung des Bootes erlaubte DonCamillo einen Blick in den Pavillon, der ihm bewies, daß Jenerdie Wahrheit gesprochen. Von der Nutzlosigkeit fernerer Verhand-lungen, und dem Werthe jedes Augenblicks überzeugt, indem er sichnoch immer auf der rechten Spur glaubte, gab der junge Neapo-litaner seinen Leuten ein Zeichen zum Weitersahren. Die Bootetrennten sich schweigend, und das von Camillo schlug den Weg ein,den jenes eben gekommen war.