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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Der heilige Theodor stehe uns bei, und zeige uns, was zuthuu ist! Die Dame ist glückselig, Signor Don Camillo, und wennich wußte, bei welchem Namen man sie nennet, so sollte sie nievergessen werden in den Gebeten, die ein armer Sünder, wie ich,zu thun wagen darf."

Du hast doch die schöne Dame nicht vergessen, die ich ausder Gindecca rettete?"

Ooi'iro cli Unoco! Ew. Ercellenz schwebten wie ein Schwanund schwammen rascher als eine Möve. Vergessen! Signor, nein,ich denke jedesmal daran, wenn ich ein Geplätscher in den Kanälenhöre, und so oft ich daran denke, verwünsche ich in meinem Herzendas Ancona-Schiff. Heiliger Theodor, vergib mir, wenn ein Christunrecht daran thut! Wenn wir aber auch alle Wunder schreien, überdas, was unser Herr auf der Gindecca gethan, so war doch dasNntertauchen damals keine Vermählungs-Feierlichkeit, auch könnenwir von der Schönheit der Dame nichts mit Gewißheit sagen, daihre Lage in jenem Augenblicke eine so ungünstige war."

Du hast recht, Gino. Diese Dame aber, die erlauchteDonna Violetta Ticpolo, die Tochter und Erbin eines berühmtenSenators, ist jetzt deine Gebieterin? An uns ist es nun, sic nachSchloß St. Agata zu bringen, dort trotze ich dem ganzen Venedigmit allen seinen Helfershelfern."

Gino verbeugte sich in tiefer Ergebenheit, schaute jedoch zugleichhinter sich, ob auch keiner der Helfershelfer, die sein Herr ebenöffentlich herausgcfordert, so nahe sei, um diese Worte zu hören.Während dieser Unterhaltung ging das Boot ununterbrochen fort,denn Gino hielt nicht an in seiner Arbeit und steuerte immer demLido zu. Der Landwind wehte frischer, die Schiffe glitten vorüber,und als Don Camillo die Sandbarre, die die Lagunen vom adria-tischen Meere trennt, erreichte, waren die meisten von ihnen schondurch die Passagen gesegelt, und nahmen nun. je nach den Ortenihrer Bestimmung, ihre verschiedenen Richtungen durch den offenen