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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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ihr Herr Zeit gehabt, sich zu sammeln und einige schnelle Plänefür die Zukunft zu machen. Er gab ein Zeichen zum anhaltcn undkam aus dem Pavillon hervor. Trotz der späten Stunde rudertennoch immer Boote auf dem Wasser in der Stadt umher, und nochimmer hörte man Gesang auf den Kanälen. Doch unter den See-fahrern herrschte allgemeine Stille, wie sich's nach ihrem mühseligenTagewerk gehörte und bei ihrer Lebensart erwarten ließ."

Nuse den ersten müssigcn Gondelier deiner Bekanntschaftherbei, Giuo," sagte Don Camillo mit angenommener Ruhe:ichhabe ihn über etwas zu befragen."

In weniger als in einer Minute geschah sein Wille.

Hast du vor Kurzem eine wohlbemanntc Gondel durch diesenTheil des Kanals rudern sehen?" fragte Don Camillo den Mann,den sie angehalten.

Keine als die Ihrige, Signor, die die schnellste von allendenen ist, welche heute unter dem Nialto hindnrchfuhren."

Wie kannst du die Schnelligkeit meines Bootes kennen, Freund?"

Signor, ich habe das Ruder sechs und zwanzig Jahre aufden Kanälen von Venedig geführt, und doch kann ich mich nichtentsinnen, eine Gondel so rasch segeln gesehen zu haben, als wiedieses Boot, da es vor wenigen Minuten, durch die Felucken hin-durch weiter hinab nach dem Hafen schoß, als wolle es wieder Wett-rennen um das Ruder. Ourpo di Zuoco! es muß reiche Wein-keller in den Palästen der Edlen geben, daß Menschen bloßem Holzsolch' Leben einhauchen können!"

Wohin steuerten wir?" fragte Don Camillo eifrig.

Heiliger Theodor? ich wundere mich nicht über diese Frage,Excellenz, denn wenn auch seitdem erst ein Augenblick verfloß, soseh' ich sie doch jetzt so bewegungslos auf dem Wasser liegen, wieeinen schwimmenden Halm."

Freund, da ist Silber addio!"

Der Gondelier ruderte langsam fort, und sang ein Lied seiner