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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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fielen in's Wasser; Don Camillo ward auf eine heftige Weise inden Palast zurückgedrängt, die Gondcliere nahmen ihre Plätze einund hinweg glitt die Gondel von den Stufen, und war bald ausdem Bereich der Zurückgebliebenen.

Giuo! Bösewicht! Was bedeutet diese Verräthcrci?"

Die Bewegung der abfahrcudcn Gondel ward nur von demTon des rauschenden Wassers begleitet. In sprachlosem Schmerzsah Don Camillo das Boot immer schneller und schneller die Kanäleentlang gleiten und daun, sich um die Ecke eines Palastes wendend,verschwinden. In Venedig war Verfolgung nicht so leicht, wie inandern Städten, denn dem Lauf der Gondel aus den Kanälen konnteman nur zu Wasser folgen. Verschiedene Familien-Boote lageninnerhalb der durch Pfähle abgetrennten Stelle des großen Kanalsam Haupteiugauge, und schon wollte sich Don Camillo in einesderselben stürzen und mit eigener Hand das Ruder führen, als Ru-dcrschläge die Annäherung einer Gondel von der Brücke her, dieseinem Diener so lange als Versteck gedient, ankündigten. Baldtrat sie hervor aus dem dunklen Schatten der Häuser, und DonCamillo erblickte eine große Gondel, die, wie die eben abgefahrene,von sechs maskirten Gondcliercu gerudert ward. Die beiden Bootesahen sich so ähnlich, daß nicht nur Don Camillo, sondern alleAndere, die zugegen waren, Anfangs glaubten, Letzteres habe, mitaußergewöhnlicher Eil', schon die Tour um die nahegelegenen Pa-läste vollendet, und nähere sich nun wieder dem Eingänge vonDonna Violetta's Behausung.

Gino!" schrie der betäubte Neuvermählte.

Gnädiger Herr?" antwortete fragend der treue Diener.

Komm näher, Bösewicht. Was soll der unnütze Scherz indiesem Augenblick?"

Don Camillo machte einen furchtbaren Sprung und erreichteglücklich die Gondel. Mit Blitzesschnelle stürzte er mitten durch das