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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Zögernd entfernte sich Annina, denn zu bewandert war sie inArglist und Verstellungskunst, um dieser unerwarteten Fügung inden Willen des Senats nicht zu mißtrauen, oder den Widerwillen,mit dem ihre Dienste angenommen wurden, nicht zu bemerken. Daindcß der treue Diener Donna Violetta's ihr zurSeiteUllieb, mußtesie, wohl oder übel, gehorchen, und sich einige Schritte nach derThüre zu führen lassen. Plötzlich, als fiel ihr eine neue Frageein, kehrte sie mit solcher Schnelligkeit zurück, daß sie schon imZimmer war, ehe noch Enrico ihre Absicht ahncte.

Tochter, vollbringe dein Geschäft, und hüte dich, uns fernerzu unterbrechen," sagte der Mönch ernsthaft.Ich will eben dieseBußfertige beichten lassen, die vielleicht lange nach dem Trost derheiligen Kirche wird schmachten müssen, bevor wir uns Wiedersehen.Wenn du kein dringendes Geschäft hast, so geh', ehe du der Kircheernste Ursach' znmZorne gibst."

Der strenge Ton des Karmeliters, sein befehlender, wenn gleichzurückgehaltener Blick, setzte die Dirne in Schrecken. Zitternd, undwirklich in Furcht vor der Gefahr, Meinungen entgegen zu handeln,die in allen Gemüthcrn tief wurzelten, und von denen ihr eigenerAberglaube nicht frei war, murmelte sie einige entschuldigende Worteund ging endlich, nachdem sie noch einen ihrer unruhigen, argwöh-nischen Blicke umhergeworfen hatte. Als man sich wieder allein sah,empfahl der Mönch durch einen Wink dem ungestümen Don Ca-millo, der seine Ungeduld kaum so lange im Zaum halten konnte,bis die Ueberlästige entfernt war, Stillschweigen.

Sei vorsichtig, mein Sohn," sagte er,wir sind von Ver-räthern umgeben; in dieser unglücklichen Stadt weiß man nicht,wem man trauen darf."

Ich denke, auf Enrico können wir uns verlassen," sagte DonnaFlorinde, obgleich der Ton ihrer Stimme die Zweifel ausdrückte,die sie nicht zu fühlen vorgab.

Da ist wenig daran gelegen, meine Tochter. Er weiß nichts