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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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sich der Thüre nähernd, fort,deine erlauchte Gebieterin wünschtdich zu sehen."

Aus seine» Rus erschien die Tochter des Weinhändlers. Siehatte den Schein der Demuth angenommen, doch war er von einergewissen Miene begleitet, welche Unabhängigkeit von dem Willenihrer neuen Gebieterin verrieth.

Diese Dirne also soll meine nächste Vertraute werden!" riefDonna Violctta ans, nachdem sie einen Augenblick mit sichtlichemWiderwillen ihre Züge gemustert.

Die Sorgfalt Ihrer erlauchten Vormünder, edle Dame, hatdiese Wahl getroffen. Da das Mädchen schon von allem Röthigenunterrichtet ist, so will ich nicht länger beschwerlich fallen, sondernmich beurlauben, Ihnen noch zuvor empfehlend, die wenigen Stun-den zwischen jetzt und Sonnenaufgang zu benutzen, um in derMorgcnfrische die Stadt verlassen zu können."

Noch einen Blick warf der Beamte im Zimmer umher, jedoch,wie es schien, mehr ans gewohnter Vorsicht, als aus irgend einemandern Grund, verbeugte sich alsdann und ging.

Ein tiefes, schmerzliches Stillschweigen erfolgte. Dann blitztedie Furcht, Don Camillo möchte sich in Hinsicht ihrer Lage irrenund zum Vorschein kommen, in Violetta's Seele auf, daher beeiltesie sich, durch lautes Sprechen mit ihrer neuen Dienerin, ihn vonder Gefahr zu unterrichten.

Hast du schon früher gedient, Aunina?" fragte sic laut, da-mit ihre Worte in der Kapelle gehört würden.

Nie bei einer so schönen und erlauchten Dame, Signora.Doch hoffe ich, mich meiner Gebieterin angenehm zu machen, die,wie ich höre, so gütig gegen ihre Umgebung ist."

Die Schmeichclreden deines Standes sind dir nicht fremd!geh' denn, und benachrichtige meine ehemaligen Diener von diesemplötzlichen Wechsel, damit ich den Senat durch mein Zögern nichterzürne. Ich vertraue Alles deiner Sorge an, Aunina, da du