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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
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Mal bemerkte der eifrige, junge Mann nm dessen ascetischen Mundden Ausdruck weltlichen Stolzes.

Du hast meine Bedenklichkeiten unrecht verstanden, Herzogvon St. Agata," sagte er;ich fürchte nicht für mich, sondern fürAndere. Dieses zarte, liebliche Kind ist meiner Sorge nicht anvcr-traut worden, ohne einen väterlichen Antheil an ihr Schicksal beimir erregt zu haben" er hielt inne und schien mit sich selbst zukämpfen.Zu lange kenne ich die milden, weiblichen TugendenDonna Florinda's, um fie gleichgültig der nahen und schrecklichenGefahr ausgesctzt zu sehen. Unseren Zögling verlassen können wirnicht; auch sehe ich nicht ein, wie wir, als kluge und wachsameBeschützer, ans irgend eine Weise unsere Zustimmung zu diesemWagestück geben können. Laßt uns hoffen, daß Die, welche regie-ren, doch noch die Ehre und das Glück der Donna Violetta be-rücksichtigen werden."

Das wäre, als wollten wir hoffen, den geflügelten Löwen inein Lamm, und den finsteren, seelenlosen Senat in eine Gesellschaftbüßender, frommer Karthänser verwandelt zu sehen! Nein, ehr-würdiger Vater, wir müssen den glücklichen Augenblick ergreifenund wahrscheinlich kommt nie ein günstigerer als dieser oderunsere Hoffnungen einer kalten, berechnenden Politik, die nichtsachtet, als ihre Zwecke, anvcrtraucn. Eine Stunde, ja, einehalbe, wäre hinreichend, den Seefahrer zu benachrichtigen, undnoch bevor der Morgen graute, könnten wir die Kuppeln Venedigsin ihre verhaßten Lagunen hinabsinken sehen."

Dieß sind Pläne der zuversichtlichen, vonLeidenschaftbeflügeltenJugend. Glaube mir, mein Sohn, es ist nicht so leicht, die Agentender Polizei irre zu führen. Wir könnten diesen Palast nicht verlassen,die Felucke nicht besteigen, noch irgend einen der so vielen nöthigenSchritte thun, ohne ihre Blicke auf uns zu ziehen. Horch' ichhöre Rudergeplätscher eine Gondel hält eben am Wasserthor!"

Donna Florinde ging schnell auf den Balkon, und kehrte eben