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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
237
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deß die Staaten des St. Marcus bedecken nicht den ganzen Erd-boden wir können fliehen."

Der Senat hat einen langen Arm und tausend geheime Hände."

Das weiß Niemand besser als ich; doch übt er keine Gewalt-that ohne Beweggrund; wenn seine Mündel erst mir angetrant ist,so kann er das Uebel, welches ihm daraus entspringt, nicht mehrändern."

Denkst du dieß! Mittel, Euch zu trennen, sänken sich bald.Glaube nicht, daß Venedig sich so leicht seine Pläne vereiteln lasse.Der Reichthum dieses Hauses erkauft manchen unwürdigen Freier,und dein Recht würdenicht geachtet, vielleicht gar geläugnet werden."

Sie können doch die Feierlichkeit der Kirche nicht verachten,Vater!" ricf Violctta aus,sie kommt vom Himmel und ist heilig."

Meine Tochter, ich sage es mit Schmerz, aber die Großenund Mächtigen finden selbst Mittel, die ehrwürdigen und heiligenSakramente der Kirche hinten an zu setzen. Dein eigen Gold würdenur dazu dienen, dein Elend zu besiegeln."

Dieß könnte geschehen, Vater, wenn wir im Bereich von St.Marcus blieben," unterbrach ihn der Neapolitaner;sind wir abererst über seine Gränzen, so wär' es ein gar kühner Eingriff in dieRechte eines fremden Staats, wenn man Hand an uns legte. Ueber-dieß Hab' ich ein festes Schloß in St. Agata, das ihren geheimstenHilfsmitteln Trotz bietet, bis sich vielleicht Fälle ereignen, die esihnen wünschenswerther machen, nachzugeben, als aus ihrem Willenzu beharren."

Wärst du, anstatt zwischen den Kanälen, jetzt innerhalb derMauern von St. Agata, so hätte dieser Grund allerdings viel Kraft."

Es ist jetzt einer meiner Vasallen aus Calabrien hier, eingewisser Stefano Milano, und Padrone einer sorrentinischen Felucke^die hier im Hafen liegt; der Mann ist ein Freund meines Gonde-liersder der Dritte war in den Wettkämpfen dieses Tages. Istdir unwohl, Vater, du scheinst unruhig?"