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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Amen!"

Der Mönch erhob sich, beugte sein mildes, vom Monde ver-klärtes Antlitz über den kniecnden Antonio, sprach, seinen Arm zuden Sternen erhebend, mit inniger Andacht die Worte der Abso-lution. Des alten Fischers erwartungsvoll emporgerichtctes Auge,sein welkes Antlitz und die heilige Ruhe des Mönchs stellten einGemälde der Hingebung und der Hoffnung dar, dessen Engel sichgefreut hätten.

Amen! Amen!" rief Antonio, als er aufstanb und sichbekreuzte:der heilige Antonius und die Jungfrau mögen mirbciftehen, diesen Entschluß zu halten."

Ich will deiner nicht vergessen, beim Dienste der heiligenKirche, mein Sohn. Empfange meinen Segen, bevor ich fortgehe."

Wieder kniete Antonio nieder, der Karmeliter sprach mit festerStimme die Worte des Friedens. Als diese letzte Pflicht erfüllt,und ein kurzes, stilles Gebet gesprochen war, gab man der Gondeldes Staates ein Zeichen, um sie herbei zu rufen. Kräftig rudertensic einher und waren im Augenblick an ihrer Seite. Zwei Männertraten in Antonio's Boot und halfen dienstbeflissen dem Mönch hin-über in die Gondel des Staates.

Hat der Büßer gebeichtet?" fragte der Angesehenste der bei-den Männer, halb leise.

Es ist hier ein Jrrthum vorgefallen. Der, den du suchst, istentflöhe». Dieser alte Mann ist ein Fischer, Namens Antonio, derden heiligen Marcus nicht ernstlich beleidigt haben kann. DerBravo ist nach der Insel St. Giorgio gefahren, und muß nun woanders ausgesucht werden."

Der Beamte ließ den Mönch, der schnell unter den Baldachintrat, fahren, und warf einen schnellen Blick auf Antonio's Gesicht.Das Reiben eines Taues ward hörbar, Antonio's Anker fuhr plötz-lich heraus. Ein stark Geplätscher erfolgte, und die beiden Booteschoßen zusammen davon, gehorsam der heftigen Anstrengung der