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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
228
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Weise, wie die ungerechte und eigennützige Staatspolitik diesevernichtete, von seinen verschiedenen Versuchen, die Freiheit seinesEnkels zu bewirken, und von seinem kühnen Unternehmen auf derRegatta und bei dem Verlöbniß mit dem adriatischen Meere. Alser auf diese Weise den Karmeliter vorbereitet hatte, den Ursprungseiner sündlichcn Leidenschaften, die er jetzt beichten sollte, zu be-greifen, sprach er von diesen Leidenschaften selbst, und von ihremEinfluß auf ein Gcmüth, das gewöhnlich im Frieden mit dem gan-zen Menschengeschlecht lebte. Die Erzählung geschah einfach undohne Rückhalt, doch auf eine Art, welche Achtung einflößte, unddas Mitgefühl des Zuhörers mächtig erweckte.

Und diese Gefühle nährtest du gegen die Mächtigen und Ge-ehrten Venedigs?" fragte der Mönch mit einer Strenge, die ernicht fühlen konnte.

Vor meinem Gott bekenn' ich diese Sünde! in meinem bitterenSchmerz verwünschte ich sic; denn mir erschienen sie wie Menschenohne Gefühl für den Armen,und herzlos wie derMarmor ihrerPaläste."

Du weißt, du mußt vergeben, wenn du Vergebung erhaltenwillst. Gedenkst du, im Frieden mit aller Welt, ferner nicht desdir zugefügten Unrechts, und kannst du mit Bruderliebe zu Dembeten, der für's ganze Menschengeschlecht gestorben, auch für Die,welche dir Leides gethan?"

Antonio beugte sein Haupt aus die nackte Brust und schien sichzu berathcn mit seiner Seele.

Vater sagte er mit gewissenhafter Stimme, ich hoffe,daß ich es kann."

Du mußt nicht scherzen mit deinem eigenen Heil. Dort obenist ein Auge über uns, das das All durchblickt, und den geheimstenWinkel des Herzens durchspäht, kannst du, zerknirscht im Geistüber deine eigenen Sünden, den Patriciern ihr Vergehen vergeben?"

Heilige Jungfrau, bitte für sie, wie ich jetzt um Gnade fürsie flehe!^ Vater, ich verzeihe ihnen!"