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„Antonio von den Lagunen, ein Fischer, der dem heiligen An-tonius manches unverdiente Gute verdankt."
„Und wie hast du dir des Senats Mißfallen zugezogen?"
„Ich bin aufrichtig und bereit, Anderen Gerechtigkeit wider-fahren zu lassen. Wenn das die Großen beleidigt, fo sind sie mehrzu bemitleiden als zu beneiden."
„Der Ueberführte ist immer geneigter, sich für unglücklich alsfür schuldig zu erkennen. Dieser Jrrthnm ist sehr verderblich, undmuß ausgerottet werden aus dem Gemüth, sonst führt er zum Tode."
„Sagen Sie das den Patriziern. Die bedürfen guten Rathsund Warnung von der Kirche."
„Mein Sohn, deine Antwort zeigt Zorn und Stolz und einverderbtes Herz an. Die Sünden der Senatoren — da sie Men-schen sind, haben sie ihre Mängel — können auf keine Weise deineeigenen vertilgen. Wenn auch das Urthcil, welches Jemand zurStrafe verdammt, ein ungerechtes ist, so behält doch die Sündegegen Gott ihre ursprüngliche Mißgestalt. Die Menschen könnenDen, der den Zorn der Welt mit Unrecht trägt, bemitleiden, dochdie Kirche verzeiht nur Dem, der seine Vergehungen mit aufrichtigerAnerkennung ihrer Größe gesteht."'
„Sind Sic gekommen, eines Büßenden Beichte zu hören,Vater?"
„Dieß ist mein Geschäft. Ich beklage die Veranlassung; undwenn das, was ich fürchte, wahr ist, so muß ich noch mehr trauern,daß ein so bejahrter Mann sein dem Verderben geweihtes Hauptunter den Arm der Gerechtigkeit gebracht hat."
Antonio lächelte und wandte sein Auge wieder dem blendendenLichtstreif zu, durch welchen die Gondel und die Person Jacopo'Sunsichtbar blieb
„Vater," sagte er, nachdem er ihn lange mit tiefem Ernsteangeschaut hatte, „es kann wohl wenig schaden, vorJemanden dei-nes heiligen Amtes die Wahrheit zu sprechen. Man hat dir gesagt,
Der Bravo. 15