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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
224
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Lauf durch einen der glänzenden Streifen genommen, die der Scheindes Mondes auf dem Wasser gebildet, und die durch ihr blendendesLicht dem Auge jeden Gegenstand entzogen. Als der Fischer denBravo verschwinden sah, lächelte er und war ruhig.

Nun laßt sie nur Herkommen," sagte er,das gibt Jacovodesto mehr Zeit. Gewiß hat der arme Kerl, seit wir den Palastverließen, einen Streich geführt, den der Rath nicht vergeben kann.Der Anblick des Goldes war zu mächtig, und er hat Die beleidigt,die ihm so lange durch die Finger gesehen haben. Gott verzeihees mir, daß ich Umgang gepflogen mit solchem Menschen! Dochwenn das Herz schwer ist, so thut uns selbst das Mitgefühl einesHundes wohl. Wenige Menschen bekümmern sich jetzt um mich,sonst hätte mir die Freundschaft eines Solchen nicht eben willkom-men sein können."

Antonio schwieg, denn die Gondel des Staats rauschte jetztheran und ward plötzlich durch Rückschlag des Ruders zum Still-stand gebracht. Noch war das Wasser in Bewegung, als schon eineGestalt in des Fischers Boot trat; die größere Gondel schoß wieder-um einige hundert Fuß fort und blieb dann ruhig liegen.

Antonio sah alles Dieß mit stiller Neugier geschehen; als aberdie Gondoliere des Staates aus ihren Rudern ausrnhten, da wandteer noch einen flüchtigen Blick nach der Seite hin, wo Jacopo ver-schwunden war, überzeugte sich von dessen Sicherheit, und betrach-tete dann seinen Gesellschafter mit Zuversicht. Der Helle Mondzeigte ihm den Anzug und das Aussehen eines baarfüßigen Carme-litcrs. Letzterer schien bestürzter als sein Gefährte, sowohl durchdie Schnelligkeit der Fahrt, als auch durch die Neuheit seiner Lage.Trotz seiner Verlegenheit aber schien er offenbar verwundert, alser die demüthige Verfassung, die dünnen, weißen Locken, und dasganze Aeußere und Betragen des alten Mannes wahrnahm, dem ersich gegenüber befand, und die Worte:

Wer bist du?" entfuhren ihm im ersten Erstaunen.