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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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doch nächst seinem Verlust könnt' ich über dich trauern ja, wohlschmerzlicher, als über irgend einen der Gefallenen."

Man hörte den schweren Athemzug des Bravo, doch schwieger noch immer.

Jacopo," fuhr der besorgte Fischer fort,du mußt michnicht mißverstehen. Das Mitleid des Leidenden und Armen ist nichtwie die Verachtung des Reichen und Weltlichen. Wenn ich eineWunde berühre, so zertrete ich sie nicht mit meinen Fersen. Deinjetziger Schmerz ist besser als all' deine früheren Freuden."

Genug, Alter," sagte der Andere mit gedämpfter Stimme!Deine Worte sind vergessen. ohne Furcht, denn die Gabe ist ge-kauft von einem Verdienste, so rein, wie die Ernte eines Bettelmönchs."

Ich verlasse mich aus die Güte des heiligen Antonius undauf das Glück meiner Angel;" erwiedertc Antonio ganz einfach.Wir von den Lagunen gehen ja so oft ohne Abendessen zu Bett:nimm den Korb fort, guter Jacopo, und laß uns von anderenDingen sprechen."

Der Bravo nöthigte den Fischer nicht weiter. Er stellte denKorb beiseite und brütete nachdenkend über das Geschehene.

Hattest du sonst keine Ursach', so weit herüber zu kommen,guter Jacopo?" fragte der alte Mann, in der Absicht, die zurück-weisende Antwort wieder gut zu machen.

Die Frage schien Jacopo seine Fahrt in's Gedächtniß zu rufen.Er stand länger als eine Minute, und sah mit scharfen Blicken, undganz in seine Absicht versenkt, um sich. Länger und ernster war derBlick, den er auf die Stadt richtete, als den er auf die offene Seewarf, auch lenkte er ihn nicht eher von dort hinweg, als bis eineunwillkürliche Bewegung sein Erstaune» und seinen Säircck verrieth.

Ist das nicht ein Boot, dort, in gerader Linie mit dem Thurmdes Campanile?" fragte er rasch, nach der Stadt hinweisend.

So scheint cs. Zwar ist's noch früh für meine Kameraden,aber der Fischfang ist seit Kurzem nicht bedeutend gewesen, und das