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Der Fischer warf einen begehrlichen Blick auf die Speisen,denn der Hunger machte mächtige Anforderungen an die schwacheNatur, doch ließ seine Hand den Faden nicht fahren, mit dem erzu angeln fortfuhr.
„Sind dieß deine Gaben, Jacopo?" fragte er mit einer Stimme,die, trotz seiner Resignation, seinen nagenden Hunger verrietst.
„Antonio, es find die Gaben eines Mannes, der deinen Muthachtet und deine Natur ehrt."
„Von seinem Verdienste gekauft?"
„Wie könnt' cs anders sein! Ich bettle nicht aus Liebe zuden Heiligen, und nur Wenige geben in Venedig ungebeten. Ißdenn, ohne Furcht; nicht oft wird dir's so willig gereicht."
„Nimm es fort, Jacopo, wenn du mich lieb hast. Versuchemich nicht über Vermögen."
„Wie! ist dir eine Bußübung auferlegt?" rief der Andere hastig.
„Nein, das nicht — das nicht. Schon lange fand ich wederZeit noch Herz zum Beichten."
„Nun, warum willst du die Gabe eines Freundes nicht an-nehmen? Denke an deine Jahre und Bedürfnisse."
„Ich kann nicht zehren vom Blutpreise."
Wie elektrisirt zog sich die Hand des Bravo zurück. Durchdiese Bewegung fiel der Schein des Mondes in sein funkelndes Auge,und, wie fest auch Antonio's Ehrlichkeit und Grundsätze waren, soerstarrte ihm doch das Blut im Herzen, als er dem wilden, feu-rigen Blick feines Gefährten begegnete. Eine lange Panse erfolgte,während welcher derFischcr sich fleißig mit seiner Angel beschäftigte,ohne dabei an den Zweck zu denken, für den sie ausgeworfen war.
„Es ist einmal ausgesprochen, Jacopo," fügte er endlich hin-zu, „meine Zunge soll niemals die Gefühle meines Herzens Lügenstrafen. Nimm das Essen fort, und vergiß alles Vergangene; wasich sagte, war nicht böse gemeint, es geschah nur zum Heil meinereigenen Seele. Du weißt, wie ich mich grämte über den Knaben,