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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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dcnigo schmeichelte mir neulich mit dieser Hoffnung, als er voneiner meinen Jahren angemessenen Verbindung sprach."

Glaub' ihm nicht; ein kälteres Herz, einen lieblosem Sinnfindet man nicht in Venedig. Er sucht deine Gunst für seinenverschwenderischen Sohn; einen Kavalier ohne Ehre, der Gefährtenichtswürdigcr Menschen, und das Opfer der Hebräer. Glaub'ihm nicht, er ist geübt in der Verstellung."

Wenn das ist, so haben seine Künste ihm wenig geholfen:unter den jungen Männern in Venedig schätze ich keinen weniger,als Giacomo Gradenigo."

Die Zusammenkunft muß endlich zu Ende gehen," sagte derMönch, kräftig dazwischen tretend und den Herzog zum Aufstehenzwingend.Leichter ist es, den Netzen der Sünde cntgeh'n, alsden Agenten der Polizei. Ich zittere, daß dieser Besuch bekanntwird; wir find umgeben von den Gehilfen des Staates, und keinPalast Venedigs wird so streng bewacht, als dieser. Würdest duhier entdeckt, unbesonnener junger Mann, so müßte deine Jugendim Gefängniß verschmachten, und du würdest diesem unschuldigenund unerfahrenen Mädchen Verfolgungen und unverdiente Leidenzuziehen." -

Im Gefängniß, sagtest du, Vater!"

Nichts Geringeres, meine Tochter. Leichtere Vergehungenbelegte oft schon der Senat mit schwerer Strafe, wenn seine Ab-sichten dadurch vereitelt wurden."

Zum Gefängniß mußt du nicht verurtheilt werden, Camillo."

Fürchte nichts. Das Alter und der friedliche Stand des gutenVaters machen ihn furchtsam. Lange schon bin ich vorbereitet aufdiesen glücklichen Augenblick; nur einer Stunde bedarf ich, Venedigund all' seinen Schlingen Trotz zu bieten. Gib mir die Versiche-rung deiner Treue, und vertraue im klebrigen mir."

Hörst Du, Florinde!"

Dem Geschlechte Don Camillo's ziemt ein solch' Benehmen,