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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Stehen Sie auf, Herzog von St. Agatasagte der Mönchbefehlend;als ich Ihnen erlaubte, diesen Platz zu betreten, sogeschah es nur, um den anstößigen Austritt von den Thoren zuentfernen und Sie selbst zu retten vor der übereilten Nichtachtungdes Mißfallens des Staates. Vergebens ist es, Hoffnungen zunähren, die den Absichten der Republik entgegen sind. Stehen Siedenn auf und achten Sie Ihr Versprechen."

Das wird von der Entscheidung dieser Dame abhängen.Machen Sie mir Muth mit einem zustimmenden Blick, schönsteViolett«, und nicht Venedig mit seinem Dogen und seiner Inqui-sition soll mich einen Zoll breit von Ihren Füßen entfernen."

Camillo," antwortete das zitternde Mädchen,du, der Rettermeines Lebens, bedarfst des Knieens nicht!"

Herzog von St. Agata meine Tochter!"

Acht' nicht auf ihn, großmüthige Violett« seine Rede istnicht die der Natur er spricht wie alle seines Alters, wenn dieZunge der Jugend Gefühle verläugnet. Er ist ein Karmeliter, undmuß so weise scheinen. Die Ucbermacht der Leidenschaft ist ihmstets fremd geblieben. Die Kälte seiner Zelle erstarrte die Wärmeseines Herzens. Wär' er menschlich, er hätte geliebt; hätte er ge-liebt , nie trüg' er die Kapuze."

Vater Anselmo trat einen Schritt zurück, als fühlte er seinGewissen getroffen, und die Blässe seiner abgehärmten Züge wurdeleichenhaft; seine Lippen bewegten sich, als wollte er sprechen, dochdie Stimme erstickte wie unter schwerem Druck. Die gutmüthigeFlorinde sah seinen Schmerz, und versuchte die Vermittlerin zumachen zwischen dem ungestümen jungen Mann und ihrem Zöglinge.

Wohl kann es sein wie Sie sagen, Signor Monfortc," sagtesie,daß der Senat aus väterlicher Sorgfalt einen Gatten sucht,würdig der reichen Erbin eines so berühmten und reichen Hauses,als das von Tiepolo. Was ist dabei aber so Ungewöhnliches?Suchen nicht alle Edlen Italiens eine, ihrem Stande und ihren