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„Ich sehe ihn nicht. Sein Diener sitzt auf den Landungsstusen,die Gondel selbst scheint leer. Der Mann sieht aus, als warte er;doch seinen Herrn seh' ich nirgend."
' „Heilige Jungfrau! sollte dem tapsern Herzog von St. Agataetwas zugcstoßen sein?"
„Nichts, als das Glück, hier zu Ihren Füßen zu liegen," riefeine Stimme, nahe der Erbin. Donna Violett« wandte ihren Blickvom Balkon und erblickte den Gegenstand, der ihre ganze Seeleerfüllte, zu ihren Füßen.
Das Geschrei des Mädchens und ihrer Freundin, und dieschnelle, eifrige Bewegung des Mönchs brachte bald die ganzeGruppe zusammen.
„Das darf nicht sein," sagte Letzterer im Tone des Vorwurfs.„Stehen Sie auf, Don Camillo, oder ich muß es bereuen, IhrenBitten Gehör gegeben zu haben; Sie, überschreiten unsere Be-dingungen."
„So sehr, wie dieses Gefühl meine Hoffnung übertrifft," er-widerte der Edelmann. „Vergebens widerstrebt man der Vorsehung,heiliger Vater! Die Vorsehung machte mich zum Retter dieseslieblichen Geschöpfs, als der Zufall sie in die Giudecca warf, undwiederum ist mir die Vorsehung so günstig, mich zum Zeugen ihresGefühls zu machen. Sprich, schöne Violetta, du willst nicht einWerkzeug des Eigennutzes des Senats werden — du willst nichthören auf seine Wünsche, deine Hand einem Habsüchtigen zu geben,der mit dem heiligsten aller Schwüre seinen Spott treiben möchte,nur um deine Reichthümcr zu besitzen."
„Wem hat man mich bestimmt? fragte Violetta.
„Was liegt daran, daß du es nicht für mich bist. Irgendein Glücksjägcr, irgend ein Unwürdiger, der die Gaben des Schick-sals mißbraucht."
„Du kennst die Sitten Venedigs, Camillo, und mußt wissen,daß ich ohne Hoffnung in ihren Händen bin."