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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Mehr edel als weise;" sagte Donna Florinde, indem sie aufden Balkon trat und mit scharfen Blicken das Wasser unten durch- .musterte.Da sind Musikanten in der Farbe eines Adligen in einerGondel," fuhr sie fort,und ein einzelner Kavalier in einer andern."

Hat er keinen Diener bei sich? rudert er selbst?"

In Wahrheit, den Anstand übersah er nicht; Einer, in be-blümter Jacke, führt das Boot."

Sprich denn, theuerste Florinde, ich bitte dich."

Würde sich das schicken?"

Ich denke ja. Sprich nicht hart zu ihnen. Sage, daß ichdem Senate angehöre. Daß cs nicht anständig sei, um eineTochter des Staates so zu werben sag' was du willst nursprich nicht hart zu ihnen."

Ha! es ist Don Camillo Monforte! Ich erkenne ihn an seineredlen Gestalt und dem höflichen Winken seiner Hand."

Diese Tollkühnheit richtet ihn zu Grunde! Seine Ansprüchewerden zurückgewiesen er verbannt. Ist nicht bald die Zeit, daßdie Polizei-Gondel vorbeikommt? Rathe ihm zum Fortgehen, guteFlorinde und dennoch können wir gegen einen Signor seinesRanges so unhöflich sein?"

Vater, rathen Sie uns; Sie wissen, was er wagt, derNeapolitaner, mit seiner unbesonnenen Galanterie hilf uns mitdeiner Weisheit; nicht ein Augenblick ist zu verlieren."

Der Karmeliter hatte aufmerksam und nachsichtig die Bewegungbeobachtet, die eine so neue Empfindung in dem warmen, unerfahre-nen Herzen der schönen Venetianerin erregte. Bedauern, Kummerund Mitgefühl malten sich in seinem blassen Antlitz, als er bemerkte,wie das Gefühl sich eines so schuldlosen und warmen Herzens be-meistcrte; doch war sein Blick eher der eines Mannes, der die Ge-fahr der Leidenschaften kannte, als der sie, ohne ihren Ursprung undihre Macht zu berücksichtigen, verdammte. Als die Gouvernante dieBitte gethan hatte, verließ er schweigend das Zimmer. Donna