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merkte die sanfte Florinde, ihre Blicke auf das bleiche Antlitz desMönches richtend; „die Schönheiten der Natur bewundern, heißtDen anbeten, der sie erschuf."
In diesem Augenblick erhoben sich melodische Töne vom Wasserzu dem Balkon hinauf. Donna Violctta zog sich beschämt zurück,und als sie überrascht den Athcm anhielt und das Entzücken fühlte,welches öffentliche Bewunderung in einem jungen Wciberherzen er-regt , crröthete sie bis an die Stirn.
„Ein Musikchor zieht vorüber," bemerkte ruhig Donna Florinde.
„Nein, es ist ein Cavalieri die Gondelsührer sind Diener, inseiner Farbe gekleidet."
„Dicß ist eben so kühn, wie es galant sein mag," crwiedertcder Mönch, der Musik mit sichtlichem Mißvergnügen zuhörcnd.
Es ließ sich nicht länger bezweifeln, es war eine Serenade.Obgleich in Venedig eine häufige Sitte, so war es doch das ersteMal, daß eine solche Huldigung unter den Fenstern der DonnaViolctta erfolgte. Die gesuchte Zurückgezogenheit, in der sie lebte,ihre bekannte Bestimmung, die Eifersucht des Staats, und viel-leicht auch die tiefe Achtung, die ein so junges Mädchen ihres hohenStandes einflößt, hatte wohl bis jetzt den Verlangenden, den Eitelnund den Eigennützigen zurückgehalten.
„Es gilt mir," flüsterte die zitternde, die verwirrte, die ent-zückte Violctta.
„Einer von uns;" antwortete ihre vorsichtige Freundin.
„Gelte es, welcher es wolle, es iss sehr dreist;" fügte derMönch hinzu.
Donna Violetta verbarg sich hinter die Draperie ihres Fen-sters, doch erhob sie entzückt ihre Hand, als die reichen Töne durchdas weite Zimmer halltcu.
„Welcher Geschmack in dieser Musik," lispelte sie halbleise, ausFurcht, ihrem Ohr eineu Ton zu entziehen. „Es ist die Melodie voneiner von Pctrarka's Sonetten! Wie unbesonnen, und doch wie edel!"