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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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unmöglich; 's ist ein düsterer Aufenthalt, der uns Italienern im !

Allgemeinen wenig zusagt."

Vergleiche es nur nicht mit Holland seid ihr jemals in '

Holland gewesen, Freunde? Wie gefiel dir das Leben in Am-sterdam und dem Haag? Ich hörte einst, wie ein junger Römereinem seiner Freunde zurcdcte, doch einen Winter dort zu verleben;denn meinte der junge Witzbold, es ist das schöne Ideal des Lan-des aller Weiberröcke."

Die drei grauen Italiener, denen dieser Scherz eine Menge !

lustiger und leichtfertiger Auftritte in's Gedächtniß zurückrufcn l

mochte, erhoben hier ein allgemeines und herzliches Gelächter. DerTon ihrer schallenden Fröhlichkeit wicderhallte im dunklen, feierlichen '

Gemach, und erinnerte sie Plötzlich an ihre gegenwärtigen Pflichten.

Jeder horchte einen Augenblick, wie. in Erwartung irgend eineraußergewöhnlichen Erscheinung nach so außergewöhnlicher Unter-brechung der an diesem Orte gewohnten Stille; gleichwie ein Kindaufhorcht, dessen Nichtsnutze Neigungen auf dem Punkt stehen, ent-deckt zu werden, dann wischte das Oberhaupt des Raths unbe-merkt die Thräncn von seinen Augen, und nahm den gewohntenErnst an.

Signori," sagte er, in einem Stoß Papiere kramend,wirmüssen die Sache des Fischers vornehmen doch wollen wir zuvorden Siegelring genauer untersuchen, den man vergangene Nacht indem Löwcnrachen gelassen. Signor Gradenigo, Sie waren beauf- i

tragt, ihn zu untersuchen." '

Meine Pflicht ward erfüllt, edle Signori, und mit einem Er-folg, den ich nicht erwartete. Die Eilfertigkeit unserer letzten Sitzungverhinderte das Durchlcscn des Papiers, an dem er befestigt war,aber jetzt ist zu sehen, daß beide zusammcngchörcn. Hier ist eineAnklage, die Don Camillo Monforte der Absicht beschuldigt, DonnaViolctta, meine Mündel, aus dem Bereiche des Senats bringen zuwollen, um sich ihrer Person und ihrer Reichthümer zu versichern.

Der Bravo. 13

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