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Prior von St. Marcus wird ihre Phantasie discipliniren, bis sieden Neapolitaner für einen Mohren und einen Ungläubigen halt.Gerechter St. Theodor, verzeihe mir's! aber du entsinnst dich derZeit, mein Freund, als die Büßungen der Kirche nicht ohne gutenErfolg für dich bei ähnlichen Gelegenheiten waren."
„Signor Gradenigo war seiner Zeit ein Verehrer der Schön-heit, wie Jeder weiß, der mit ihm gereist ist. Viel sprach manvon dir zu Versailles und Wien — kannst du das läugnen gegenEinen, der, wenn er sich keines andern Verdienstes rühmt, wenig-stens ein gutes Gedächtniß hat?"
„Ich protestire gegen diese falschen Erinnerungen," erwiederteder Beschuldigte, während ein leichtes Lächeln über sein verwelktesAntlitz zog, „wir sind Alle jung gewesen, Signori, aber unteruns Allen kenne ich Keinen, der einen bessern Ruf genossen hätte,besonders bei französischen Damen, als der so eben gesprochen."
„Sprich nicht davon — sprich nicht davon — es waren dieSchwachheiten der Jugend und die Sitten der Zeit. Ich entsinnemich, dich in Madrid gesehen zu haben, Enrico, und am spanischenHose war Keiner so fröhlich und liebenswürdig als du."
„Deine Freundschaft verblendete dich — ich war ein Knabeund lebenslustig; weiter nichts, ich versichere es dir. Hörtest düvon meiner Geschichte mit dem Musguctaire in Paris?"
„Hört' ich vom allgemeinen Krieg? — Du bist zu bescheiden,hierüber noch in Zweifel zu sein; einen ganzen Monat lang sprachman in allen Coterien von dieser Begebenheit, als beträfe es einenSieg zwischen Staaten! Signor Gradenigo, es war eine Freude,ihn damals Landsmann zu nennen, denn ich versichere dir, einenheiterem, galanteren Mann gab es nicht auf Erden."
„Du erzählst mir, was ich selbst gesehen habe. Kam ich nichteben an, als man von nichts Anderem sprach? Einen schönen Hofund angenehme Residenz gab's zu unserer Zeit in Frankreich, Signori."
„Kein angenehmerer Aufenthalt zum freien Umgang. — St.