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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Marcus kennt keine größere Freude als die Wünsche seiner Kinderanzuhören."

Ich glaube, mau hat der Republik unrecht gethan, als manihre Oberhäupter herzlos und dem Ehrgeize verkauft, genannt,"sagte der Alte mit hochherziger Wärme, ohne den strengen miß-billigenden Blick zu bemerken, der in Jacopo's Auge glühte.EinSenator ist auch nur ein Mensch, und unter ihnen gibt's auchVäter und Kinder, wie unter uns aus den Lagunen."

Sprich, nur hüte dich vor aufrührerischen und ungebührlichenReden," sagte einer der Sekretäre halblaut.Fahre fort!"

Ich habe nur noch wenig zu sagen, Signori; ich bin es nichtgewohnt, mich meiner dem Staate geleisteten Dienste zu rühmen,Excellenzen; doch kommen zuweilen Zeiten, wo menschliche Beschei-denheit der menschlichen Natur nachgeben muß. Diese Narben er-hielt ich an einem der ruhmvollsten Tage von St. Marcus, undzwar auf den vordersten Galeeren, die zwischen den griechischenInseln fochten. Der Vater meines Knaben weinte damals übermich, wie ich jetzt über seinen Sohn. Ja ich sollt' mich schä-men, dicß unter Männern zu gestehen; doch, da einmal Wahrheitgesprochen werden muß, der Verlust des Knaben hat bittereThränen aus meinen Augen gelockt, wenn in dunkler Nacht ich lagauf den einsamen Lagunen. Ich lag viele Wochen, Signori, mehreinem Leichnam, als einem Menschen ähnlich, und als ich wiederheimkehrte zu meinen Netzen und meinem Tagewerk, da hielt ichmeinen Sohn nicht zurück, wie die Republik seiner begehrte. Erging statt meiner, mit den Ungläubigen zu kämpfen einen Kampf,von dem er nie wiedcrkehrte. Es war dieß eine Pflicht für Män-ner, die schon Erfahrung hatten, und die sich nicht mehr zum Bö-sen verführen ließen durch die schlechte Gesellschaft aus den Galeeren.Doch dieses Wegrufen der Kinder in die Schlingen des Satansbekümmert einen Vater, und - ich gestehe meine Schwachheit, wennes eine ist ich bin jetzt nicht mehr so muthig und stolz, mein

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