Druckschrift 
15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
172
Einzelbild herunterladen
 

172

Du verdankst also deinen Sieg in der Regatta dem Wohl-wollen deines hier gegenwärtigen Mitkämpfers, Antonio?"

Unter der Gunst St. Theodors und St. Antonio's, derStadt und meines Schutzheiligen."

Dein ganzes Begehren war also, die abgewiesene Bitte,Hiuflchts des jungen Schiffers, zu wiederholen?"

Ich hatte kein anderes, Signor. Was ist der Triumph unterden Gondelicren und das Spielzeug nachgeahmtcr Kette und Ruderfür Jemanden meines Alters und Standes?"

Du vergißst, daß Kette und Ruder von Gold sind."

Ercellcnz, Gold kann die Wunden des verschmachtenden Her-zens nicht heilen. Gebt mir mein Kind zurück, damit nicht fremdeHände mein Auge zudrücken, und damit ich seinen jungen Obrengute Lehren gebe, so lange noch Hoffnung ist, daß meine Wortegehört werden, und alles Metall des Riälto soll mich nicht reizen!Damit ihr sehet, daß ich nicht eitle Worte mache, biete ich mitschuldiger Ehrfurcht vor ihrer Weisheit und Größe den Edlen dieseKostbarkeit an."

Bei diesen Worten näherte sich der Fischer mit den furchtsamenSchritten eines Mannes, der nicht gewohnt ist, sich in GegenwartVornehmerer zu bewegen, und legte auf die dunkle Decke des Tischeseinen Ring, der, wenigstens wie es schien, von edlen Steinen fun-kelte. Der erstaunte Sekretär nahm den Ring und hielt ihn erwar-tungsvoll den Richtern vor.

Was ist dicß?" rief Der, der unter den Dreimännern amöfter» Theil am Verhör genommen,das scheint ja das Pfandunserer Verlöbniß!"

Nicht anders, erlauchter Senator: mit diesem Ringe vermähltesich der Doge mit dem adriatischen Meere, in Gegenwart der Ge-sandten und des Volks."

Hattest du damit auch etwas zu schaffen, Jacopo?" fragteder Richter streng.