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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
173
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Der Bravo sah den Juwel mit Theilnahme an, doch behieltseine Stimme, als er antwortete, die gewöhnliche Tiefe und Festigkeit :

Signor, nein erst jetzt erfahre ich vom Glück des Fischers."

Auf ein Zeichen hob der Sekretär von Neuem an:

Du mußt sagen, und zwar aufrichtig sagen, wie dieser ge-heiligte Ring in deine Hände gekommen; half dir Jemand zuseinem Besitz?"

Ja, Signor."

Nenn' ihn uns, damit wir Maßregeln treffen, uns seiner zuversichern."

Daswärenutzlos, Signor; ihn erreicht Venedigs Machtnicht."

Was meinst du, Mann? Kein Mensch, der in ihren Gränzenlebt, steht höher als das Recht und die Macht der Republik. Ant-worte ohne Umschweife, so lieb dir dein Leben."

Da würde ich gar hoch schätzen, was wenig Werth hat, Signor,und mich einer großen Thorheit und einer großen Sünde schuldigmachen, wenn ich Euch betrügen wollte blos um einen alten undwerthlosen Leichnam, wie der meinige, vor Schlägen zu retten.Wenn Ew. Excellenzen mich hören wollen, so bin ich bereit undwillig zu erzählen, wie ich zu diesem Ring gekommen."

Sprich denn, und suche nicht, die Wahrheit zu umgehen."

Ich weiß nicht, Signori, ob sie so gewöhnt sind, Unwahr-heiten zu hören, daß sie mich so sehr dagegen warnen; wir Leutevon den Lagunen fürchten uns nicht auszusprcchen, was wir gesehenund gethan, denn unser Hauptgeschäft ist mit Wind und Wellen,und diese erhalten ihre Befehle von Gott selbst. Unter uns Fischerngibt es eine Sage, Signori, daß vor langer Zeit Einer von unsden Ring, mit welchem sich der Doge mit dem adriatischen Meerevermählt, aus dem Hafen hervorgeholt habe. Ein so kostbarerJuwel war für Jemanden, dessen Netze ihm täglich Brod und Oelverschafften, von geringem Nutzen, er brachte ihn daher zum Do-gen, wie's einem Fischer zukam, in dessen Hände die Heiligen einen