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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
171
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Es ist wahr, erlauchter Signor."

Du erschienst unter den Gondelieren der Regatta in un-ziemlicher Kleidung, und stelltest dich in die vorderen Reihenmit Denen, die sich um die Gunst des Senats und des Fürstenbewarben."

Ich erschien in derselben Kleidung, die ich vor der heiligenJungfrau und St. Antonio trage, und wenn ich im Wettlauf derVorderste war, so verdanke ich dieß vielmehr der Güte und Gunstmeines Nachbars, als irgend einer übrigen Kraft in diesen ver-witterten Sehnen und ausgetrockneten Knochen. St. Marcus magsich seiner in der Noth annehmen für seine Gutthat, und mag dieHerzen der Großen erweichen, damit sie das Flehen eines kinder-losen Vaters erhören."

Wieder erfolgte eine leise Bewegung der Ucbcrraschung oder derNeugier unter den Inquisitoren, und eine Pause beim Sekretär.

Du hörst, Jacopo," sagte einer der Dreimänner;was hastdu dem Fischer zu antworten?"

Signor, er spricht dje Wahrheit."

Und du wagtest zu scherzen mit der Festlichkeit der Stadt,und die Wünsche des Dogen gering zu achten?"

Wenn es ein Verbrechen ist, erlauchter Senator, mit einemalten Mann Mitleid zu haben, der um sein Kind trauerte, undmeinen eigenen einzelnen Triumph um seiner Vaterliebe willen auf-zugeben, so bin ich schuldig."

Eine lange schweigsame Pause erfolgte auf diese Antwort.Jacopo hatte mit seiner gewohnten Ehrfurcht, doch mit der ernstenRuhe, die die Grundlage seines Charakters ausmachte, gesprochen.Die Blässe seiner Wangen blieb dieselbe, und das glühende Auge,welches so sonderbar sein, gleichsam mit dem Schatten des Todesbedecktes Antlitz aufklärte und belebte, veränderte kaum den Blickwährend der Antwort. Aus ein gegebenes geheimes Zeichen fuhrder Sekretär fort: