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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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Zwölftes Kapitel.

Wer auch im Zufall nur,Sei's wo es wolle, nannte diese Macht,Der dämpfte seine Stimme, und erhobGesenkten Auges himmelwärts die Hand.

Rogers.

Il^ Antonio jetzt im Vorzimmer des eben beschriebenen ge-heimen und strengen Tribunals stand, wird der Leser wohl schongeahnt haben. Wie alle Leute seines Standes hatte der Fischereine dunkle, unsichere Idee von dem Dasein und den Attributendes Gerichtshofes, vor dem er jetzt erscheinen sollte. Doch seineinfacher Verstand war weit entfernt, den ganzen Umfang, oderdie Beschaffenheit der Geschäfte desselben, die ebensowohl die wich-tigeren Angelegenheiten der Republik, als die geringeren der Patricier-Familien in sich Mosten, zu erkennen und zu begreifen. Währendseine Seele sich mit dem möglichen Erfolg der erwarteten Zusammen-kunft beschäftigte, öffnete sich eine innere Thür und ein Dienergab Jacopo ein Zeichen zum Nähertreten. Das tiefe, feierlicheSchweigen, welches nach ihrem Eintritt in den Rath der Drei-männer erfolgte, gab ihnen Zeit genug, das Zimmer und die darinBefindlichen näher zu betrachten. Elfteres war nicht grost für dasLand und Klima, wohl aber der geheimen Rathsversammlnng, diees enthielt, angemessen. Der Fußboden bestand aus schwarz undweiß gewürfelten Marmorstücken; die Wände waren mit schwarzemTuch beschlagen; eine einzige Lampe von dunkler Bronze hing übereinem in der Mitte stehenden Tisch, der, wie alle übrigen geringenMöbel, mit Schwarz behängen war. In jedem Winkel des Ge-machs sah man vorspringende Kammern, die vielleicht waren, wassie schienen, vielleicht auch als Eingänge zu den andern Zimmerndes Palastes dienten. Alle Thüren wurden durch Vorhänge demBlicke entzogen, wodurch das Ganze einen einförmigen und schauder-