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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
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den Bürgern Venedigs erträglich machte, nur eine zweite Ursacheihres Falles ward, weil ihr Gedeihen von äußeren und ungewissenUmständen abhing.

Als der Senat zu zahlreich geworden, um die verwickelte»Geschäfte des Staats mit gehöriger Verschwiegenheit und Eile zuleite», wurden die wichtigeren Gegenstände einem Rathe von drei-hundert Mitgliedern anvcrtraut. Um der Oeffentlichkcit und Ver-zögerung noch mehr vorzubeugen, machte man einen noch kleinerenAusschuß, den sogenannten Rath der Zchnmänncr, dem man einengroßen Thcil der executiven Gewalt, welche in den Händen desTitular-Obcrhauptes zu gefährlich werden konnte, anvertraute. Dießhatte wenigstens, wie fehlerhaft auch das Ganze war, den gutenErfolg, daß cs den Gang der Geschäfte einfacher und offenbarermachte. Die Agenten der Negierung waren bekannt, und obgleichalle Verantwortlichkeit gegen die Nation durch den höher» Einflußund die engherzige Politik der Patricier verloren ging, so konntendoch die Herrscher dem öffentlichen Tadel nicht ganz entgehen, wennsie sich ein ungerechtes und unrechtmäßiges Verfahren erlaubten.Doch hatte ein Staat, dessen Gedeihen hauptsächlich von Abgabenund Zuschüssen der Untergebenen abhing, und dessen Existenz ebenso sehr durch seine eigenen falschen Grundsätze, als durch die an-wachsende Größe benachbarter Staaten bedroht ward, in Abwesen-heit einer executiven Gewalt in den Händen der Bürger Venedigs,einer wirksameren Macht nöthig. Eine politische Inquisition, diemit der Zeit das furchtbarste polizeiliche Werkzeug wurde, war dieFolge dieser Notwendigkeit.

Eine Gewalt ohne Schranken und Verantwortlichkeit wardperiodisch einem noch kleineren Ausschüsse, der seine despotischen undgeheimen Functionen unter dem Namen der Dreimänner ausübte,übertragen. Das Loos entschied die Wahl dieser drei Herrscher,und zwar so, das; sie nur ihnen selbst und wenigen der vertrauterenStaatsdiener bekannt ward. So exiftirte zu allen Zeiten im Herzen