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Sturze der transatlantischen*) Freistaaten des Mittelalters möchteman so gern ableiten, daß unserem eigenen ein ähnliches Schicksalbevorstehe; allein solche Argumente zu entkräften, reicht hin, daßwir die Art und Weise aus einander setzen, wie man in der wichtig-sten jener Republiken zur Gewalt gelangte, und wie man, im Besitzderselben, sie übte.
Der Unterschied des Ranges, ganz getrennt vom Willen derNation, bildete die Basis des venetianischen Staates. Autoritätwar hier, wenn gleich vertheilt, nicht minder ein Gcburtsrecht, alsin denjenigen Ländern, wo sie als eine Gabe der Vorsehung angesehenward. Die Patricier hatten hohe, ausschließliche Rechte, die mitAnmaßung und Eifersucht bewacht und aufrecht erhalten wurden.Wer nicht zum Herrschen geboren war, hatte wenig Hoffnung, je-mals zum Besitze seiner natürlichen Rechte zu gelangen, währendder zufällig dazu Geborene die schrecklichste, despotischste Macht aus-übte. Ein bestimmtes Alter brachte Alle vom Senatoren-Rang **)in den Nationalrath. Die Namen der Hauptfamilicn wurden indassogenannte „goldeneBuch" eingetragen, und derbencidenswcrtheNachkömmling dieser registrirten Vorfahren konnte, mit wenigenAusnahmen (wie bei Don Camillo z. B. die Monforte), im Senatauftrctcn und auf die Ehre der „gehörnten Mütze" Anspruch machen.— Weder die Gränzen, noch der Zweck dieses Werkes erlaubenuns eine genügsame Ausbreitung über diesen Gegenstand. Genug,das grundfalsche Regiernngswesen ward den Unterthanen nur durchdie Beiträge der eroberten und zinspflichtigen Provinzen erträglich,denn diese, wie bei jeder Central-Regierung, fühlten den Druckam meisten. Aber der Leser wird bald gewahr werden, daß ebendieselbe Ursache, die den Despotismus der sogenannten Republik
') Der Versager spricht hier wieder als Amerikaner und zunächst zu Amerika-nern; daher das „transatlantisch" hier so viel als europäisch.
") Denn so umging man — um besser täuschen zu können — den Stamm desAdels. -
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