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unmittelbares Geschenk Gottes sei, hielt man eine, wenn auch nurangebliche, Abweichung von diesem kühnen und egoistischen Grund-satz, hinreichend, einer Nation den Charakter von Freiheit und Ge-mcinsinn zu geben. Dieser Glaube ist auch nicht ganz unrichtig,da er, — theoretisch wenigstens, — den Grund der Regierung aufeine Basis stellt, die wesentlich von der unterschieden ist, welchealle Macht als das Eigenthum eines Einzelnen betrachtet, und die-sen Einzelnen für den Repräsentanten des unfehlbaren und allmäch-tigen Beherrschers der Welt hält. Mit dem ersten dieser Grund-sätze haben wir nichts zu schaffen; denn, es gibt Behauptungen, dieso durchaus falsch sind, daß, um sie zu widerlegen, man sie nur klardarzulegeu braucht; dagegen zwingen uns die Jrrthümer, zu denender zweite derselben in Venedig Anlaß gab, einen Augenblick inunserer Erzählung anzuhalten.
Wahrscheinlich glaubten die Patricier von St. Marcus, als sieeine Gemeinschaftlichkeit der politischen Rechte unter sich bildeten,ihr Stand habe nun Alles gethan, was nöthig war, um seinenhohen und ehrenvollen Titel zu verdienen.
Sie waren von einem allgemein angenommenen Grundsatz ab-gewicheu, und können keineswcges Anspruch machen, die Ersten undLetzten zu sein, die da glaubten, mit den rohen Anfangsschrittenzur politischen Verbesserung schon die höchste Stufe der Vollkommen-heit erreicht zu haben. Venedig kannte kein göttliches Recht, undda dessen Fürst wenig besser als eine Puppe war, so machte cs kühnauf den Namen einer Republik Anspruch. Es glaubte, daß die Re-präsentation der Vornehmsten und Glänzendsten aus der Gesellschaft,das Hauptaugenmerk der Regierung sein müsse, und treu dem ver-führerischen, allein gefährlichen Jrrthum, hielt cs bis zuletzt, collec-tive Macht für allgemeines Glück.
In allen staatlichen Verhältnissen kann man als herrschendenGrundsatz annehmcn, daß die Starken so lange stärker, und dieSchwachen schwächer werden, bis die Erstem zum Regieren, undDer Bravo. 11