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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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nung. Der Welt Lauf war ihm nicht so unbekannt, als daß ernicht hätte wissen sollen, daß die Mächtigen zuweilen im Geheimgewähren, was Politik ihnen öffentlich zu thun verbeut. VollerErwartung, den Dogen vielleicht selbst zu sehen, und sein theuresKind zurück zu erhalten, schritt der Alte die lange, dunkle Galeriemit leichten Schritten entlang, und fand sich endlich, immer Ja-copo folgend, am Fuß einer anderen steinernen Treppe. Der Wegward nun für unseren Fischer zum Labyrinth, denn sein Gefährteverließ jetzt die öffentlichen Ausgänge des Palastes und führte ihndurch eine geheime Thüre mehrere schwach erleuchtete, oder auchganz finstere Korridors entlang. Treppe auf, Treppe ab ging es,von Zimmer zu Zimmer, bis Antonio schwindelte und er ganz dieRichtung des Weges verlor. Endlich hielten sie an, in einem dunk-len, schlecht möblirten Zimmer, durch die schwache Erleuchtungnur noch dunkler gemacht.

Du bist gut bewandert in der Wohnung unseres Fürsten,"sagte der Fischer, als seines Gefährten Stillstand ihm zu sprechenerlaubte.Dem ältesten Gondelführer find die Krümmungen derKanäle nicht besser bekannt, als dir diese Galerien und Korridors."

Mein Geschäft war, dich hicher zu leiten, und was ich zuthun habe, trachte ich gut zu thuu. Alltonio, du bist ein Manu,der die Gegenwart der Großen nicht fürchtet, dieser Tag hat esbewiesen. Nimm allen deinen Muth zusammen, denn ein schwererAugenblick steht dir bevor."

Kühn sprach ich mit dem Dogen. Wen hätt' ich, außer demheiligen Vater selbst, noch zu fürchten auf dieser Erde?"

Wohl magst duzu kühn gesprochen haben, Alter. Mäßige deineWorte, die Großen hören nicht gern die Sprache der Nichtachtung."

Gefällt ihnen die Wahrheit so wenig?"

Dem sei wie ihm wolle, sie hören sich gern rühmen, wennsie Lob verdienten; doch Tadel ist ihnen zuwider, selbst wenn siefühlen, daß er gerecht ist."