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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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fcrnt von der Durchfahrt der Quais, und trotz des Hellen Mond-scheins konnten zwei Männer in ihrer Tracht nur wenig Aufmerk-samkeit erregen; doch dem Bravo schien cs hier noch immer nichtsicher genug. Er wartete, bis Antonio das Boot verlassen hatte, undwarf ihm dann, ohne weitere Erlaubniß, einen Mantel um, dener ans dem Arm getragen. Eine Mütze, der scinigen ähnlich, ausdas graue Haar des Alten gesetzt, vollendete die Metamorphose.

Eine Maske ist nicht nöthig," sagte er, nachdem er seinenGefährten aufmerksam betrachtet;Niemand wird Antonio in die-sem Auszug suchen."

Ist all' Dich nöthig, Jacopo? Ich bin dir Dank schuldig fürdeinen wohlgemeinten und wären nicht die harten Herzen derReichen und Mächtigen für deinen wohlthätigen Dienst. Dochmuß ich dir sagen, eine Maske trug ich noch nie; denn warumsollte Jemand, der mit der Sonne aufsteht, um sein schweres Werkzu beginnen, und der sich aus den Segen des heiligen Antoniusverläßt, gleich einem Stutzer ausgehcn, um den guten Namen einerJungfrau zu stehlen, oder wie ein Räuber in der Nacht?"

Du kennst ja unsere venctianische Sitte, und cs möchte über-dieß nicht unnöthig sein, bei unserem Geschäft etwas vorsichtig zuWerke zu gehen."

Du vergissest, daß deine Absichten mir noch verborgen sind.Ich sag' es nochmals, und sag' cs mit Aufrichtigkeit und Erkennt-lichkeit , ich bin dir vielen Dank schuldig, obgleich der Zweck ver-fehlt ist, und der Junge noch immer fest sitzt in der schwimmendenSchule der Gottlosigkeit doch, Jacopo, du trägst einen Namen,von dem ich wünschte, er gehörte dir nicht. Es wird mir schwer,Alles zu glauben, was sie heute am Lido von Einem sagten, derfür den Schwachen, dem man Unrecht gcthan, so viele Theil-uahme bewiesen."

Der Bravo fuhr nicht weiter fort, seinen Gefährten zu ver-kleiden, und das tiefe Stillschweigen, welches dieser Bemerkung