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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
155
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Enkels Blut geformt! Behalt' es! Dir hat man es anvcrtraut unddein ist es von Rechtswegen; und nun sie sich weigern, meiner BitteGehör zu geben, ist cs Jedem nutzlos, außer Dem, der es ehrlichverdient hat."

Du denkst nicht an den Unterschied der Jahre und der Muskel-kraft, Fischer. Mich dünkt, bei Zuerkennung eines solchen Preisesmüßte man auch darauf Rücksicht nehmen, und dann hättest du unswahrlich Alle übertroffcn. Heiliger Theodor! ich habe meine Kind-heit am Ruder zugebracht, und nimmer hat Jemand in Venedigmeiner Gondel so hart zugesetzt! Du berührtest ja das Wasser soleise und zart, wie der Jungfrau Finger die Saiten ihrer Harfe,und dennoch mit der Kraft der rollenden Welle am Lido."

Ich weiß die Zeit, Jacopo, da selbst dein jugendlicher Armermüdet war' in einem solchen Kampf zwischen uns Beiden. Es warvor der Geburt meines ältesten Sohnes, der gegen die Ottomanenfiel, als der liebe Knabe, den er mir hinterließ, noch aus denArmen getragen wurde. Sahst du jemals den schmucken Jungen,guter Jacopo?"

Ich war nicht so glücklich, guter Alter; doch, wenn er dirglich, so magst du seinen Verlust mit Recht betrauern. Bei Diana!ich habe wenig Ursach', mich des Vortheils zu rühmen, den Jugendund Stärke mir gaben."

Eine innere Kraft trieb mich und das Boot vorwärts dochwelchen Vortheil hat's gebracht? Deine Güte, und die Mühe, diesich ein altes, von Leid und Armuth zerstörtes Gebäu gegeben,Alles scheiterte an den Felsenhcrzen der Edlen."

Das kann man noch nicht wissen, Antonio. Die guten Hei-ligen erhören wohl unser Gebet, wenn wir es am wenigsten glauben.Komm' jetzt mit mir, denn man sandte mich ab, dich zu suchen."

Der gute Fischer sah seinen neuen Freund mit Erstaunen an,besorgte, wie es seine Gewohnheit, das Boot, und erklärte dannwohlgemuth, er sei bereit, zu folgen. Sie standen ein wenig ent-