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Zehntes Kapitel.
Nicht gar so große Zeit mehr wird vergeh'«,Bis wir abrechnen mm mit Eurer Liedelind uns mit Euch vergleichen.
Macbeth.
Sobald die drei Gondeln die Seite des Buccntaur erreichten,blieb der Fischer ein wenig zurück, als mißtraucte er seinem Rechte,vor die Augen des Senats zu trete». Man befahl ihm indeß hin-anfzustcigen, und bedeutete seinen beiden Gefährten, ihm zu folgen.
Die Edlen in ihrer Amtskleidung bildeten eine lange imposanteReihe vomSchiffsgange bis zum Spiegel, wo derSchein-Souvcraindieser Schein-Republik saß, von. seinen hohen Staatsbeamten um-ringt, in ernster Pracht seiner geborgten Würde und seiner natür-lichen Haltung.
„Tritt näher," sagte der Fürst mit mildem Tone, da er be-merkte, daß der alte halbbekleidete Mann, welcher die Sieger an-führte, vorzutrcten zögerte. „Du bist der Sieger, Fischer, und dirhabe ich den Preis zu überantworten."
Antonio beugte sein Knie aus dem Verdeck und senkte seinHaupt tief, bevor er gehorchte. Dann faßte er Muth, trat demDogen näher, und trat nun mit verwirrtem Blick, mit bestürzterMiene, den weiteren Willen seiner Oberen erwartend. Der fürst-liche Greis hielt ein wenig inne, bis unter der Menge die kleinedurch Neugier hervorgebrachte Bewegung nachlicß. Als er daraufredete, war vollkommene Stille.
„Es ist der Stolz unserer ruhmvollen Republik," sagte er,„daß die Rechte keines Unterthans gemißachtet werden, daß dieGeringen ihren verdienten Lohn erhalten so sicher als die Großen,daß Sanct Marcus die Wage gleichförmig hält, und daß diesemunbekannten Fischer, da er die Auszeichnung der Regatta verdienthat, diese von dem Verleiher derselben mit eben so viel Bereit-