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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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> Antonio trug seinen Triumph bescheiden. Als seine Gondeldas Ziel erreicht hatte, hielt er sie an, ohne, wie sonst zu geschehenpflegt, ein Zeichen von Erschöpfung zu verrathen. Er blieb stehen,obgleich das mächtige Wogen seiner breiten, gebräunten Brust be-wies, daß er seinen Kräften das Aeußcrste geboten hatte.

Er lächelte, als er den Zuruf der Menge vernahm, denn Lobist auch dcm Demüthigcn süß. Doch belastete ihn etwas noch immer;nicht Stolz, eine tiefere Regung beherrschte sein Gemüth. DasAlter hatte sein Auge ein wenig verdunkelt, es glänzte aber jetztvon Hoffnung. Seine Züge arbeiteten und eine brennende Thränelies über jede seiner rauhen Backen. Dann athmete der Fischer freier.

Auch der maskirte Gondelier verriet!) kein Zeichen von Ent-kräftung. Seine Kniee bebten nicht, seine Hände hielten das Rudernoch fest, und seine sichere Stellung ließ die natürliche Vollkommen-heit seiner Gestalt bemerken. Gino und Bartolomeo aber sankenin ihre Böte zurück, so wie sie das Ziel nach einander erreichten.Diese berühmten Gondeliere waren beide so erschöpft, daß einigeAugenblicke vergingen, ehe sie zum Reden Athem gewannen. Wäh-rend dieser augenblicklichen Pause drückten die Zuschauer dem Sie-ger ihren Beifall durch den anhaltendsten und lautesten Zuruf aus.Kaum erstarb das Getöse, so forderte ein Herold Antonio von denLagunen, den maskirten Schiffer vom gelobten St. Johannes vonder Wüste, und Gino, den Kalabrier, vor den Dogen, von dessenfürstlicher Hand sie die verheißenen Preise der Regatta empfangensollten.