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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
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140
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er sich wieder seinem Ruder zu und sagte gerade so laut, daß ihnnur Der hören konnte, welcher dicht hinter ihm war:

Ich habe mich in dir getauscht, Fischer. Du bist kräftiger,als ich dachte."

Wenn meine Arme noch kräftig sind, so ist doch mein Herzkindisch und kummervoll," erwiederte der Fischer.

Liegt dir so viel an einem goldenen Tand? Du bist der Zweite,sei zufrieden mit deinem Glücke."

Das Hilst mir nichts. Ich muß der Vorderste sein, oder ichhabe meine alten Knochen umsonst angestrengt."

Dieses kurze Gespräch wurde mit einer Leichtigkeit geführt,welche hinlänglich bewies, wie Beide an heftige Körpcranstrengun-gen gewöhnt waren, und mit einer Festigkeit der Stimme, diewenigen Anderen in einem Augenblicke so großen Kostenaufwandesmöglich gewesen wäre. Der Maskirte schwieg, aber sein Vorsatzschien wankend zu werden. Noch zwanzig Stöße seines starkenRuders, und das Ziel war erreicht; aber seine Sehnen waren nichtmehr so angespannt, und jedes Glied, welches zuvor so schönenMuskelbau entwickelt hatte, schwoll wieder kräftig an. Antonio'sGondel schoß vorwärts.

Leg' deine Seele in's Ruder," murmelte der Maskirte,oderdir unterliegst dennoch."

Der Fischer strengte seinen Körper auf's Acußerste an und ge-wann einen Vorsprung. Ein Ruderstoß machte das Boot bis indie Mitte erzittern, daß von seinen Seiteuwändcn Wasser brandetewie Wellen eines Strudels. Dann flog die Gondel zwischen diebeiden Barken des Ziels, und die Fähnchen, welche den Sieges-puukt bezeichnten, fielen in's Wasser. Mau merkte dieß kaum, alsauch schon des Maskirtcn glänzendes Boot vor den Augen der Rich-ter vorbeischoß, so daß sie einen Augenblick in Zweifel waren, wergesiegt habe. Gino blieb nicht lange zurück, und nach ihm kam